Alles ist gut

1. Juni 2019
By Holger Nickel

Drama

Zum Kinostart wurde „Alles ist gut“ von Publikum und Presse begeistert aufgenommen und auf zahlreichen Festivals präsentiert und ausgezeichnet. Eine Nacht, die für einen kurzen Moment den falschen Abzweig nimmt. Mit stiller Wucht erzählt „Alles ist gut“ von den Folgen, die sich für die Beteiligten daraus ergeben – für Janne, für ihren Freund Piet, der von dem Vorfall nichts weiß, und für Martin, der seinerseits um den richtigen Umgang mit der Situation ringt. Eine Geschichte mitten aus dem Leben, erzählt mit einer fast beiläufigen Leichtigkeit, die angesichts des Themas überrascht, den Film aber umso bemerkenswerter macht. „Alles ist gut“ ist das Spielfilmdebüt von Eva Trobisch, deren Kurzfilme auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals liefen und mehrfach preisgekrönt wurden. In der Hauptrolle der Janne brilliert Aenne Schwarz, die Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters ist und im Kino zuletzt als Lotte Zweig in „Vor der Morgenröte“ zu sehen war.

Inhalt

Alles ist gut – so zumindest der Eindruck, den Janne (Aenne Schwarz) vermitteln möchte. Aber nichts ist gut. Nicht, seitdem ihr neuer Chef (Tilo Nest) ihr seinen Schwager Martin (Hans Löw) vorgestellt hat, der am Abend ihres Kennenlernens gegen ihren Willen mit ihr schläft. Sie hat ihn zu sich eingeladen, damit er dort schlafen kann, er vergewaltigt sie… Danach lässt Janne erst mal alles seinen gewohnten Gang gehen – wenn man die Dinge nicht zum Problem macht, hat man auch keins. Doch ihr Schweigen über den Vorfall weicht nach und nach einer stillen Ohnmacht. Bis Janne ihr Leben und die Liebe zu ihrem Freund Piet (Andreas Döhler) langsam entgleiten. Bald muss sie mit Martin zusammenarbeiten, der nicht weiß, wie er mit der Situation umgehen soll. Er kann sich nur entschuldigen. Doch auch Janne, weiß nicht, was sie daraus machen kann. Sie ist dummerweise auch noch schwanger geworden. Kann sie dennoch einfach so weiterleben? Kann sie abtreiben, ohne dass ihr Freund das mitbekommt, der ohnehin schlechte Laune hat seit ihrer Insolvenz? Langsam spitzt sich die Geschichte zu, dabei möchte Janne doch genau das nicht, möchte einfach nur weiterleben.

Kritik

Wahnsinn, was für ein Film! Ich bin begeistert von der Erzählart, der darstellerischen Leistung insbesondere der Protagonistin, aber auch der Nebendarsteller. Eine eigentlich starke Frau gerät an ihre Grenzen, weil ein unbedachter Moment so viel nach sich zieht. Nein heißt auch Nein, aber das ist es nicht allein. Hier gehen alle Beteiligten und deren Anhang an diesem kurzen Augenblick zugrunde, ohne dass sie es wollen und beeinflussen können. Großes Kino!

Das Bonusmaterial besteht aus der Audiodeskription sowie dem Trailer und Filmtipps.

Alles ist gut: D 2018; Regie: Eva Trobisch; Darsteller: Aenne Schwarz, Andreas Döhler, Hans Löw, Tilo Nest, Lina Wendel, Lisa Hagmeister; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 90 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1; Untertitel: Deutsch, Englisch; Bild: 2,39:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©NFP marketing & distribution / EuroVideo Medien. Veröffentlichung Verkauf: 28. März 2019.

Bewertung: 8,1/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 2/4 – Anspruch: 4/4

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