Ava Dellaira – Love Letters to the Dead

5. März 2017
By Holger Nickel

Jugendroman / Verlust – Liebe

Ein Jugendroman, der im Januar als Taschenbuch veröffentlicht worden ist und dessen Verfilmung zumindest avisiert ist. „Love Letters to the Dead“ von Ava Dellaira hat so viel Kraft, Poesie, Anmut und spiegelt das Leben einer Jugendlichen auf eine sehr eigene Erzählart wieder, dass die LeserInnen in einem Sog gesogen werden aus dem sie sich nur unter Tränen wieder entziehen können. Ein junges Mädchen hat ihre Schwester verloren, sie war bei ihrem Tod anwesend. Das hat alles verändert, die Mutter lebt weit entfernt, sie pendelt zwischen Tante und Vater, geht zu einer neuen Schule, findet neue Freundinnen, die ihre Sexualität entwickeln, während sie selbst ihre Vergangenheit verarbeitet. Auf Anraten ihrer Lehrerin in Briefen. An wen, an tote Persönlichkeiten. Darin erzählt sie ihr Leben, neue Freunde, ihre Ängste, ihr Versuch mit der Vergangenheit umzugehen, ihr Leben zu meistern…

Inhalt

Es beginnt mit einem Brief. Laurel, eine Jugendliche, soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Sie erzählt von ihren neuen Freundinnen Hannah und Natalie, die eine innige Beziehung pflegen und die Laurel unbewusst Halt und Kraft geben. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben. Ihr junges Leben ist schon gezeichnet von Schmerz, Verlust und Missbrauch. Sie hat den Glauben an sich und die Welt verloren, fühlt sich selbst alleingelassen. Doch wie kann sie wieder zurück ins Leben finden, wie kann sie den Schmerz verwinden, wie wieder Glücklichsein und ein normaler Teenager werden? Ein emotionaler und packender Roman, der einem die Tränen in die Augen treibt und gleichzeitig verzaubert.

Kritik

Die Kritiken waren schon zu ihrem Hardcover Debüt überschwänglich. Nun ist das Taschenbuch erschienen, ein zauberhafter Roman, der so voller Trauer, Schmerz und Hoffnung ist, dass einem das Herz aufgeht. Alle Facetten der Jugend und noch mehr werden beschrieben, eine verlorene Seele findet zurück ins Leben, oder scheitert an eben jenem.

Ava Dellaira ist Absolventin des Iowa Writers’ Workshop, an dem sie als Truman Capote Stipendiatin teilnahm. Sie wuchs in Albuquerque, New Mexiko auf. Ihren Bachelor machte sie an der Universität von Chicago. Sie glaubt, dass Love Letters to the Dead seinen Anfang nahm, als sie das zweite Mal in ihrem Leben ein Album kaufte –, Nirvanas In Utero – es sich in Schleife anhörte und dabei ihr Tagebuch vollschrieb. Heute lebt Ava Dellaira in Santa Monica, ist in der Filmbranche tätig und arbeitet an ihrem zweiten Roman. „Love Letters to the Dead“ hat 412 Seiten, ist von Katharina Ganslandt übersetzt worden und ist am 09. Januar im cbt Verlag erschienen.

Bewertung: 8,6/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 3/4

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