Camille Claudel

14. Mai 2019
By Holger Nickel

Biopic / Historisches Frauendrama

Das monumentale französische Künstlerinnen-Portrait „Camille Claudel“ erscheint zum 30. Jubiläum aufwendig in 4K restauriert mit neu produziertem Bonusmaterial und zum ersten Mal als Blu-ray! Bruno Nuyttens „Camille Claudel“ wurde mit 5 Césars ausgezeichnet. Die französische Aktrice Isabelle Adjani („Subway“, „Ein mörderischer Sommer“, „Die Bartholomäusnacht“) erhielt für ihre schauspielerische Leistung auf der Berlinale 1989 den Silbernen Bären als Beste Hauptdarstellerin. Daneben glänzt Gérard Depardieu („1492 – Die Eroberung des Paradieses“, „Tour de France“) als der berühmte Auguste Rodin. Was für ein Leben von Camille Claudel. Das dürfte heute den wenigsten bekannt sein, vor allem die tragischen letzten Jahrzehnte, die hier aber auch nicht mehr gezeigt werden. Stattdessen wird ihre Leidenschaft, ihre Neugier und ihr Wille sichtbar, aber ebenso ihre Zerbrechlichkeit und Schwäche.

Inhalt

Paris 1883: Aus der Provinz in die große Stadt gezogen, begegnet die angehende Bildhauerin Camille Claudel (Isabelle Adjani) dem exzentrischen enfant terrible des Kunstbetriebs, Auguste Rodin (Gérard Depardieu). Sie wird seine Schülerin, sein Modell, seine Assistentin und seine Geliebte. Über zehn Jahre verbindet die beiden eine kreative wie romantische Zusammenarbeit, bis Camille das Verhältnis ihrem Wunsch nach Selbstständigkeit folgend beendet. In großen Bildern zeichnet der Film den Lebensweg der außergewöhnlichen Künstlerin über 30 Jahre hinweg nach – von der Zeit mit Rodin bis zu ihrem langen psychischen Niedergang. Sie hat so viel erreicht, doch den Ruhm und das Geld durfte sie nicht einheimsen. Daran und an den privaten Verhältnissen ist die junge, eigentlich starke, Frau zerbrochen. Sie hat so viel Leidenschaft gegeben, konnte künstlerisch mehr als die meisten anderen, aber letztlich war ihr ganz großer Erfolg nicht gegeben. Dabei hätte sie es verdient gehabt, in einer relativ modernen Zeit konnte sie sich als Frau nicht durchsetzen. Die Beziehung zu Rodin hat ihr geholfen, sie letztlich aber zerstört.

Kritik

Keine Nacktszene von Isabelle Adjani, was sehr erfreulich ist und die Stärke dieser Frau, in der Historie, aber vor allem im Film beweist. Sie war Rodin ebenbürtig, lange Zeit. Ein epochales Monument, das aus heutiger Zeit sicherlich ein wenig zu lang geraten ist, aber optisch und inhaltlich sehr sehenswert erscheint.

Im Bonusmaterial befinden sich ein Interview mit Christian Fechner, das Featurette „Camille Claudel – Entstehung eines Films“, kommentierte Szenen sowie der Trailer und Filmtipps.

Camille Claudel: F 1988; Regie: Bruno Nuytten; Darsteller: Isabelle Adjani, Madeleine Robinson, Gerard Depardieu, Laurent Greville, Alain Cuny; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 175 Minuten; Sprachen: Deutsch Stereo DTS-HD MA, Französisch Stereo DTS-HD MA; Untertitel: Deutsch, Französisch; Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©Studiocanal Home Entertainment. Veröffentlichung Verkauf: 9. Mai 2019.

Bewertung: 7,9/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 2/4 – Anspruch: 3/4

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