Charité – Staffel 1

18. April 2017
By Holger Nickel

Historien-Serie

„Charité“: französisch für Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Die schwarzen Lettern thronen nicht nur als Name auf dem wohl bekanntesten Krankenhaus Deutschlands, sondern gelten längst als Sinnbild. Die berühmte medizinische Einrichtung blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und ist in ihrer über 300 Jahre zählenden Vergangenheit vom Lazarett am Stadtrand zu einer der bedeutendsten medizinischen Einrichtungen Europas herangewachsen und hat Nobelpreisträger und große Persönlichkeiten hervorgebracht. Regisseur Sönke Wortmann setzt mit seiner Event-Mini-Serie „Charité“ im Drei-Kaiser-Jahr 1888 ein. Die mittellose Ida wird als Patientin an der Charité operiert und muss anschließend als Hilfswärterin unter dem bigotten Regiment der Diakonissenoberin ihre Behandlungskosten abarbeiten. Dabei entdeckt sie ihre große Leidenschaft für die Medizin. Im Kontext gesellschaftlichen Wandels, wirtschaftlichen Aufschwungs und revolutionärer medizinischer Forschungen zeigt die Serie dabei nicht nur die Herausforderungen, denen sich die junge Frau stellen muss, sondern auch den Werdegang des renommierten Berliner Hospitals.

Inhalt

Die mittellose Ida (Alicia von Rittberg) wird als Patientin an der Charité operiert und muss anschließend als Hilfswärterin unter dem bigotten Regiment der Diakonissenoberin Martha ihre Behandlungskosten abarbeiten. Die Tochter eines Arztes hatte es in der Vergangenheit nicht leicht. Mit 14 verlor sie ihre Eltern, ihr Vormund hat ihr Vermögen veruntreut, jetzt steht sie vor dem Nichts, dabei hätte sie so große Träume. Ein Medizinstudium wäre großartig, ist Frauen zu der Zeit aber verboten. Sie entdeckt nicht nur ihre große Leidenschaft für die Medizin. In einer Zeit, in der Frauen kaum ein Recht auf höhere Bildung haben, geht sie als ungewöhnlich freier und rebellischer Geist unbeirrbar ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Sie trifft dabei auf herausragende Mediziner wie Rudolf Virchow (Ernst Stötzner), Robert Koch (Justus von Dohnányi), Emil von Behring (Matthias Koeberlin) und Paul Ehrlich (Christoph Bach), die alle in starker Konkurrenz zueinander Medizingeschichte schreiben sollten. Es ist eine Zeit der Umbrüche in der Medizin, in der viel experimentiert wird, aber die vor allem große Fortschritte bringt.

Kritik

Die ARD-Miniserie läuft heute in der sechsten Episode im Fernsehen. Auf Videotext-Tafel 830ff kann man wunderbar die Biografien der Ärzte nachlesen, erhält Informationen zu den Darstellern und der Charité selbst. Die Serie ist hervorragend, kann locker mit der ebenfalls sehr starken Serie „The Knick“ mithalten. Ein Sittengemälde wie es die Briten nicht besser machen könnten, zumal mit echten historischen Figuren und deren Schaffen. Die Einschaltquoten sind bei über 20 Prozent Marktanteil noch immer stark, eine zweite Staffel wird produziert.

Im Bonusmaterial befinden sich Filmtipps.

Charité – Staffel 1: D 2016; Regie: Sönke Wortmann; Darsteller: Alicia von Rittberg, Matthias Koeberlin, Ramona Kunze-Libnow, Justus von Dohnányi, Maximilian Meyer-Bretschneider, Thomas Loibl, Holger Kunkel, Christoph Bach, Emilia Schüle, Matthias Brenner, Klara Deutschmann; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 300 Minuten, 6x 50 Min.; Sprachen: Deutsch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Universum Film. Veröffentlichung Verkauf: 21. April 2017.

Bewertung: 8,8/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4  - Anspruch: 3/4

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