Das Versprechen

16. Mai 2017
By Holger Nickel

Dokumentation / Kriminalfall

„Das Versprechen“ ist ein sehr aktueller Dokumentarfilm über ein Verbrechen das Jahrzehnte zurückliegt und dennoch sogar in den Medien in den USA und Deutschland noch heute thematisiert wird. Ein brutaler Mord an einem Ehepaar ist der Ausgangspunkt der Ermittlungen. Wer ist oder sind die Täter? Bald schon werden die Tochter und ihr deutscher Freund ausgemacht, als mögliche Tatverdächtige. Sie werden trotz vieler Widrigkeiten und schlechter Polizeiarbeit verurteilt. Zu lebenslänglich, oder gar zweimal die Strafe. Doch sind sie es gewesen, vor allem, hatte Jens Söring, der Freund der Tochter der Mordopfer überhaupt etwas  mit der Tat zu tun? Am Tatort wurde DANN einer weiteren Person gefunden, es gibt Aussagen, die belegen, dass heutzutage niemand so verurteilt werden könnte. Und dennoch sitzt Söring in Haft? Gibt es die Chance für ihn nach mehr als drei Jahrzehnten irgendwann wieder in Freiheit zu gelangen, vielleicht sogar rehabilitiert zu werden?

Inhalt

Der brutale Doppelmord an Nancy und Derek Haysom 1985 war eine weltweite Mediensensation. Die Haysoms waren angesehene Mitglieder der virginianischen Gesellschaft – und der Schuldspruch gegen ihre Tochter Elizabeth und ihren deutschen Freund Jens Söring machte viele sprachlos. Die zwei hatten sich im August 1984 bei einem Orientierungsabend für die Hochbegabten-Stipendiaten an der University of Virginia getroffen, er war sofort hingerissen von ihr, sie war schön, unwiderstehlich, verwegen, das Produkt englischer Boarding Schools, er war jung, naiv, Sohn eines deutschen Diplomaten. Als die Ermittler in ihren Untersuchungen dem Paar immer näher kamen, flohen sie aus Amerika, die Flucht war ein Abenteuer: Europa, Asien, als sie am 30. April 1986 in England wegen Scheckbetrugs gefasst wurden, kämpfte Jens Söring jahrelang gegen die Auslieferung in die USA. Erst als die Amerikaner auf die Beantragung der Todesstrafe verzichteten, wurde er in die USA ausgeliefert. Jens Söring: Verurteilt wegen Mordes zu zweimal lebenslänglich. Seitdem sitzen beide in US-Gefängnissen, nicht weit voneinander entfernt.

Kritik

Ein schrecklicher Mord. Ein junger verliebter Mann, der gelogen hat, der dumm gehandelt hat. Aber was ist mit der polizeilichen Ermittlung? War sie gut, war sie ausreichend, hat sie Fehler begangen und steht wirklich zweifelsfrei fest, dass Jens Söring den Mord mit begangen hat? Im Zweifel für den Angeklagten. Die Medienresonanz ist erstaunlich. Es wäre dem Mann zu wünschen, dass er in Freiheit gelangt, begnadigt wird, sein Leben ist ohnehin verwirkt, unabhängig von Schuld oder Unschuld. Ein  Film über eine große Liebe und einen großen Verrat und über das amerikanische Rechtssystem, das sich selbst nicht mehr zu hinterfragen scheint. Wieder ein Stück Amerika, das für uns unverständlich erscheint. Maschseeperlen.de verlost eine DVD zum Film. Schickt eine Mail an den Redakteur bis zum 23. Mai.

In den Extras gibt es die Audiodeskription sowie den Trailer und Filmtipps.

Das Versprechen – Erste Liebe lebenslänglich: D 2016; Regie: Marcus Vetter; Darsteller: Jens Söring und Elizabeth Haysom mit den Stimmen von Imogen Poots und Daniel Brühl; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 119 Minuten; Sprachen: Deutsch / Englisch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph); Vertrieb: ©Farbfilm Home Entertainment / Lighthouse Home Entertainment. Veröffentlichung Verkauf: 19. Mai 2017.

Bewertung: 7,7/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: -/4 – Anspruch: 3/4

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