Dave made a Maze

1. Juni 2019
By Holger Nickel

Fantasy / Komödie

Regisseur Bill Watterson ist mit seinem DebĂŒt „Dave made a Maze“ ein einzigartiger Geniestreich gelungen. Die turbulente und zitatreiche Indie-Komödie ist gespickt mit schrĂ€gen Ideen, urkomischem Witz, ĂŒberbordender KreativitĂ€t und einer kindlichen Fantasie. Beeinflusst von Terry Gilliam, Michel Gondry und den Fantasy-Abenteuerfilmen der 1980er Jahre, verbirgt sich hinter dem Festival-Hit und Kritikerliebling zugleich ein einfĂŒhlsamer Blick auf die KĂŒnstlerseele. Besser lĂ€sst sich der Film kaum zusammenfassen. Eine Horrorsatire, ein SammlerstĂŒck, eine schrĂ€ge Komödie. Ein Film ĂŒber ein Labyrinth aus Pappschachteln in einer Wohnung, das ungeahnte GrĂ¶ĂŸe und KrĂ€fte entfacht. Ein Eigenleben sozusagen, mit dem der Erbauer selbst nicht mehr zurechtkommt. Fallen im Labyrinth, ein Minotaurus als Gegner, ein Eigenleben des Ganzen und viele Menschen, die das nicht ernst nehmen, bald aber auf dramatische Art und Weise das Gegenteil erleiden mĂŒssen.

Inhalt

Der erfolglose TrĂ€umer Dave (Nick Thune) baut in seinem Wohnzimmer ein gigantisches Labyrinth aus Pappkartons und verirrt sich darin heillos. Daves Freundin Annie (Meera Rohit Kumbhani) macht sich mit einem Team von Freunden und Kurzentschlossenen an seine Rettung. Doch das Labyrinth entwickelt ein magisches Eigenleben und ist gespickt mit fiesen Fallen, fantastischen Kreaturen und einem blutrĂŒnstigen Minotaurus. Sie alle haben das Labyrinth nicht ernst genommen und mĂŒssen nun leiden, wĂ€hrend Dave selbst nach einer Lösung sucht. In all dem irrwitzigen Durcheinander versucht Dave, wenn schon nicht den Ausgang, dann doch zumindest zu sich selbst zu finden. Als er endlich auf Annie trifft, ist das vermeintliche Rettungsteam schon reduziert worden. Nicht nur ein Minotaurus verfolgt die Menschen, sondern die Fallen vor Ort haben es ebenfalls in sich, können tödlich wirken, ebenso wie manche Spalte. Viele RĂ€ume befinden sich im Labyrinth, manchmal verwandeln sich die Menschen in Zeichentrickfiguren, manchmal sind Papierflieger gefĂ€hrlich, Lametta ist eigentlich Blut. Eine völlig andere Welt aus der es doch einen Ausgang geben muss?

Kritik

Chapeau. So macht Filme gucken Spaß, vor allem aber hatten die Macher wohl ihren Spaß und das ist mindestens genauso wichtig. Der Film besticht durch seine EinfĂ€lle, durch seine Extravaganz, seine liebenswerte VerrĂŒcktheit. Nur ĂŒber das Ende ließe sich diskutieren, ob uns das gefĂ€llt.

Das Bonusmaterial besteht aus einem Audiokommentar, entfernten Szenen, einer Hinter den Kulissen Dokumentation, Grußbotschaften, zwei Featurettes zur Filmpremiere und zum Storyboard, einem 15-seitigem Booklet sowie dem Trailer und Filmtipps.

Dave made a Maze: USA 2017; Regie: Bill Watterson; Darsteller: Nick Thune, Meera Rohit Kumbhani, Adam Busch, James Urbaniak; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 81 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1; Untertitel: Deutsch, Englisch; Bild: 2,00:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©Pandastorm Pictures. Veröffentlichung Verkauf: 31. Mai 2019.

Bewertung: 7,8/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 3/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 2/4 – Anspruch: 2/4

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