Die Dasslers

19. April 2017
By Holger Nickel

Zeitgeschichte / Drama / Zweiteiler

Wenn es schon so viele Biographien gibt, warum dann nicht auch über die Geburtsstunde von Adidas und Puma, zwei der größten Turnschuh-Marken der Welt. Gegründet von den Brüdern Adolf und Rudolf Dassler im fränkischen Herzogenaurach in den 1920er Jahren. Während die ARD lange brauchte um dieses Werk „Die Dasslers – Pioniere. Brüder und Rivalen“ zu produzieren, hat RTL den Film „Duell der Brüder – Die Geschichte von Adidas und Puma“ schon vor einem Jahr ins Fernsehen gebracht. Jetzt Karfreitag und Samstag lief der Zweiteiler „Die Dasslers“ in der ARD im Abendprogramm. Es ist spannend zu sehen, wie aus den ungleichen Brüdern eine verschworene Gemeinschaft mit Ambitionen und Visionen wurde, wie sich ihre Wege nach dem Krieg aber endgültig trennten. Inhaltlich ist dieses Werk umfassender und detaillierter, vom Filmvergnügen her, ist „Duell der Brüder“ deutlich im Vorteil.

Inhalt

Im kleinen bayerischen Herzogenaurach revolutionieren Adi (Christian Friedel) und Rudi Dassler (Hanno Koffler) die Herstellung von Sportschuhen und steigen in den 1920er Jahren zu Deutschlands bekanntesten Sportschuhfabrikanten auf. Doch der detailversessene Tüftler Adi und der energiegeladene Verkäufer Rudi entwickeln zunehmend konträre Ansichten. Adis Frau Käthe (Alina Levshin) und Rudis Frau Friedl (Hannah Herzsprung) stehen ihren Männern zur Seite und vertiefen ihrerseits den Graben zwischen den Brüdern. Der Zweite Weltkrieg entzweit die Brüder weiter, die Arbeit ist nicht einfacher geworden, bei sportlichen Großereignissen wollen sie immer die Besten ausstatten. Die ehemals harmonische Familie gerät immer tiefer in einen tragischen Konflikt, der schließlich eskaliert und zur Gründung von zwei getrennten Unternehmen führt – adidas und Puma. Der große Konkurrenzkampf zwischen den beiden Dassler-Dynastien soll sich über viele Jahre hinziehen, wird aber auch zum Antrieb für den weltweiten Erfolg der beiden Marken. Schlüsselpunkte sind die Weltmeisterschaften 1954 und 1974, aber auch Olympische Spiele.

Kritik

Ein faszinierendes Portrait der Brüder Dassler, die aus dem Nichts Weltmarken etabliert haben. Der Film umfasst eine Zeitspanne von den 20er Jahren bis zum Jahr 1974 und bis zum Tod des älteren Bruders. Puma war übrigens der Spitzname von Rudolf. Inspiriert von wahren Ereignissen rund um die deutsche Dassler-Dynastie besticht der Zweiteiler durch ein Genauigkeit. Allerdings gibt es viel zu viele Versatzstücke, Pausenfüller, in denen nur Musik die Bilder untermalt. Zudem ist nur Hanno Koffler wirklich überzeugend, Christian Friedel eher weniger, genauso wenig wie die beiden Ehefrauen, die von Hannah Herzsprung und Alina Levshin gemimt werden. Vielleicht waren die Ziele zu überambitioniert, das Pendant „Duell der Brüder“ zu überzeugend, wobei die Akzentuierung minimal aber wesentlich variiert. Maschseeperlen.de verlost eine DVD und eine Blu-ray zum Zweiteiler. Schickt eine Mail an den Redakteur bis zum 25. April.

Im Bonusmaterial gibt es Filmtipps.

Die Dasslers – Pioniere. Brüder und Rivalen: D 2017; Regie: Cyrill Boss / Philipp Stennert; Darsteller: Christian Friedel, Hanno Koffler, Alina Levshin, Hannah Herzsprung, Joachim Król; FSK: ab 6 Jahren; Dauer: 174 Minuten; Sprachen: Deutsch 2.0; Untertitel: -; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Rough Trade / Justbridge TV. Veröffentlichung Verkauf: 18. April 2017.

Bewertung: 7,8/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 3/4

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