Die kanadische Reise

10. Oktober 2018
By Holger Nickel

Drama

Regisseur Philippe Lioret erzählt in „Die kanadische Reise“, basierend auf den Familienromanen des Bestseller-Autors Jean-Paul Dubois, die Geschichte des 33-jährigen Mathieu, der seinen leiblichen Vater nie kennengelernt hat. Eines Tages erhält er einen mysteriösen Anruf aus Kanada, sein Vater sei tot und habe ihm ein Päckchen hinterlassen. Neugierig und erwartungsvoll entschließt er sich zu einer Reise ins Unbekannte. In Montreal erwarten ihn zwei ahnungslose Halbbrüder. Pierre, Überbringer der Todesnachricht und Freund des Verstorbenen, will die Existenz eines weiteren Sohnes geheim halten. Ein Versteckspiel beginnt. Getarnt als Freund Pierres ergründet Mathieu seine Wurzeln und deckt dabei verborgene Familiengeheimnisse auf. Der junge Mann lernt eine neue Welt und neue Menschen kennen und versteht sich blendend mit ihnen – doch das Vaterschaftsproblem steht zwischen den Dingen.

Inhalt

Mathieu (Pierre Deladonchamps) verkauft Hundefutter, lebt von seiner Frau getrennt und zieht seinen Sohn in Frankreich auf. Seinen richtigen Vater hat er nie kennengelernt, seine Mutter hat nur Andeutungen gemacht, dass dieser in Kanada lebe. Eine Nachricht bringt ihn dazu, nach Kanada zu reisen, wo sein womöglich richtiger Vater gerade verschollen, höchst wahrscheinlich verstorben ist. Er wird von Pierre Lesage (Gabriel Arcand) abgeholt, der ihm bald seine Brüder vorstellen möchte, während sie am See nach der Leiche suchen und die Trauerfeier vorbereiten. Mathieu lernt die Familie von Pierre kennen und ihn selbst, und versteht sich mit allen gut, scheint gleich zur Familie zu gehören. Doch über den Tagen in Kanada schwebt die Unsicherheit, eine leichte Flirterei und die Ehefrau von Pierre, die Mathieu bittet, ihn ins Gebet zu nehmen, da sein Gesundheitszustand nicht der beste sei. Mathieu lernt und erfährt viel auf der Reise, bis sie kurz vor der Trauerfeier endet. Ein bewegendes und ergreifendes Drama, das sehr realistisch wirkt.

Kritik

Ein kleiner intimer Film über eine Familiengeschichte. Die Auflösung gibt es erst kurz vor Ende. Bis dahin dürfen wir mitfühlen und erleben, wie sich der Mann in der Ferne macht, wie er sich herantastet, an etwas, was er bislang nicht kannte. Der Flirt ist stark gemacht, die Gewalt völlig unnötig.

Im Bonusmaterial gibt es ein Portrait von Cast & Crew, eine Dia-Show, die Berlin-Premiere sowie den Trailer und Filmtipps.

Die kanadische Reise (O: Le Fils de Jean): F 2016; Regie: Philippe Lioret; Darsteller: Pierre Deladonchamps, Gabriel Arcand, Catherine De Lean, Patrick Hivon, Pierre-Yves Cardinal; FSK: ab 6 Jahren; Dauer: 95 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Französisch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©TemperclayFilm / Edel:Motion. Veröffentlichung Verkauf: 28. September 2018.

Bewertung: 7,7/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 3/4

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