DVDs der Woche: Moneyball / Zero Hour
Moneyball
Sportlerdrama
Sechs Oscarnominierungen für das Sportlerdrama sprechen eine deutliche Sprache. Selbst wer keine Ahnung von Baseball hat – was auf die meisten Deutschen zutreffen wird – ist der Film mitreißend und sehenswert. Ein Manager geht neue Wege, um mit einem finanziell limitierten Team Großes zu erreichen. Die Technik erhält Einzug in die Welt des Sports, die Teams die 100 Millionen Etats haben, oder wie die Oakland Athletics eben nur 40 Millionen Dollar nutzen die Statistik der Spieler verstärkt. Zeitpunkt ist das Jahr 2002. Billy Beane als Manager ist ein Risiko eingegangen und hat die „Kunst zu Gewinnen“ am PC ermittelt mit seinem Partner Peter Brand.
Inhalt
Billy Beane (Brad Pitt) ist Manager des Major League Baseballs Teams der Oakland Athletics. Einem kleinen Team gemessen an den Erfolgen und den finanziellen Mitteln, vor allem verglichen mit den Größen, den New York Yankees und den Boston Red Sox. In seiner aktiven Laufbahn hat es Beane nie zu einem Stammspieler gebracht, er konnte sich am Anfang seiner Karriere entscheiden Stipendium und Studium oder Baseball Karriere. Er entschied sich für den Sport, wechselte aber alsbald hinter die Kulissen wurde Scout. In der letzten Saison 2001 schafften die Oakland A’s den Weg in die Play-offs, schieden dort aber in ersten Runde aus. Kein Wunder bei Etats von über 100 Millionen Dollar und den knapp 40 Millionen, die Oakland zur Verfügung hat. Für die kommende Saison sieht es düster aus, die besten und wichtigsten Spieler verlassen den Verein, Ersatz ist schwer zu finden. Bei einer Verhandlung bei den Cleveland Indians fällt Beane der junge Peter Brand (Jonah Hill) auf. Der Yale Wirtschaftsabsolvent hat wenig Ahnung von Baseball, er analysiert die Statistiken und wählt anhand derer aus. Aufgrund dieser Erhebungen verpflichtet Oakland Spieler, die sonst niemand will und versucht das Unmöglich möglich zu machen, gegen den Widerstand vieler.
Kritik
Neue Wege im Sport zu gehen ist ein Sakrileg. Da wenden sich die konservativ denkenden lautstark dagegen, aber der Erfolg kann einem Recht geben, wenn er sich denn einstellt. Heute sind solche Statistiken weltweit in den wichtigsten Sportarten Usus. Im Jahr 2002 waren sie offensichtlich eine Neuheit. Anhand dieser „Revolution“ wurden Spieler ausgewählt und für gut befunden. Für die Oakland Athletics war es die Chance mit wenig Geld die richtigen Spieler zu verpflichten, für den maximal möglichen Erfolg. Brad Pitt und Jonah Hill spielen hervorragend und fast allein in diesem zwei Stunden Werk. Der Sport wird gezeigt, wer aber keine Ahnung davon hat, der wird die Handlung auch so gut verstehen. Gutes
target=”_self”>Sportdrama leicht pathetisch oder einfach amerikanisch aufgemacht.
Das Bonusmaterial besteht aus entfallenen Szenen, einem Special zum echten Billy Beane, einem Feature zum Baseball und den Lachern am Set sowie einem Trailer.
Moneyball: USA 2011; Regisseur: Bennett Miller; Darsteller: Brad Pitt, Jonah Hill, Philip Seymour Hoffman, Robin Wright; FSK: ab 0 Jahren; Dauer: 108 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1, Spanisch 5.1; Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Sony Pictures Home Entertainment. Veröffentlichung Verkauf: 21. Juni 2012.
Bewertung: 8/10 Punkten
Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4
Der Ruf der Wale
Drama
Drei Wale führen die Welt zusammen – die Rettung der Tiere aus dem ewigen Eis gerät zur Mammutaufgabe. In Alaska steckt die Familie fest, der Weg raus aus dem Eis ist zu weit, fünf Meilen. Ohne Luft zu holen für die riesigen Tiere, die das dicke Eis nicht durchbrechen können, wäre es das Ende. Doch ein lokaler Reporter, seine frühere Freundin, die bei Greenpeace arbeitet und ein Ölmulti kümmern sich um die Grauwale. Das alles basiert auf wahren Ereignissen aus dem Jahr 1988. Im Abspann können sie nachlesen, was aus den wahren Personen geworden ist. Das Drama besticht durch seine Authentizität, driftet manchmal zum Rührstück ab.
Inhalt
Reporter Adam Carlson (John Krasinski) hängt als Journalist in der Kälte de Innuit Städtchens Point Barrow fest. Er kommt aus Anchorage, macht seine Beiträge für kleine Sender über alltägliches, das in Alaska geschieht – also wenig. Eine Chance bekommt er noch, tut einem kleinen Jungen einen Gefallen und will die Fahrkünste eines Innuit auf dessen Schneeschlitten filmen. Plötzlich nimmt er im Hintergrund eine Wasserfontäne wahr. Eine Grauwalfamilie ist im Eis zurückgeblieben, versucht an der einzigen noch offenen Stelle Luft zu holen. Dieses Drama schickt er an die TV-Stationen, die es sofort zeigen. Seine frühere Freundin Rachel Kramer (Drew Barrymore) erfährt davon und macht sich auf den Weg, den Walen zu helfen. Sie spricht als Repräsentantin von Greenpeace mit dem Senator und schließlich hilft ein Ölmulti ihr. Die Innuit müssen allerdings erst davon überzeugt werden, dass sie die Tiere nicht schießen und essen dürfen. Nach und nach erfährt die ganze Welt vom Schicksal der Grauwalfamilie mit dem Jungen, das immer weiter an Kraft verliert. Die Zeit wird knapp, wie bekommt man die Wale in die Freiheit? Die ersten Versuche scheitern, können die Russen womöglich helfen?
Kritik
Dass sich das Drama im Jahr 1988 abspielt, wird dem Zuschauer erst bewusst, als plötzlich der Name des Präsidenten Ronald Reagan fällt. Die Innuit kümmern sich liebevoll um ihre Natur, wollen allerdings auch ihr Recht. Die weltweite Aufmerksamkeit, die der Fall auf sich lenkte, ist filmisch nett dargestellt. Die Hauptpersonen mit der Reporterin (Kristen Bell) legen alles in die Wagschale, tauchen zu den Walen herunter und buddeln alle paar Meter ein Loch. Das wirkt surreal, aber wenn es denn funktioniert hat – wunderbar. Ein film zum mitfiebern und träumen, nicht nur für kleine Mädchen und Tierliebhaber.
Das Bonusmaterial besteht aus Trailern vor dem Hauptfilm.
Der Ruf der Wale (O: Big Miracle): USA 2011; Regisseur: Ken Kwapis; Darsteller: Drew Barrymore, John Krasinski, Kristen Bell; FSK: ab 6 Jahren; Dauer: 103 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1, Französisch 5.1; Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Universal Pictures Germany. Veröffentlichung Verkauf: 21. Juni 2012.
Bewertung: 7/10 Punkten
Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4
The Zero Hour
Thrillerdrama
Habt ihr schon einen Film aus Venezuela gesehen? Dieser Actionthriller lohnt das zu ändern. Gangsta’s Paradise in Caracas – in den Armenvierteln herrscht Anarchie. Parca ist einer der schlimmsten, er hat die Namen der von ihm Ermordeten auf seinen Körper tätowiert. Jetzt streiken auch noch die Ärzte im ganzen Land für bessere Löhne und Arbeitszeiten, die arme Bevölkerung wird kaum behandelt, während die Reichen in Privatklinken gehen. Doch nun ist Parcas Jugendliebe schwanger und angeschossen, er braucht ärztliche Hilfe. In einer Klinik nehmen sie Geiseln und zwingen die Ärzte sie zu behandeln, während draußen die Polizei wartet.
Inhalt
Rasanter Beginn. Gangsta-Boss Parca kommt mit einer angeschossenen schwangeren Frau aus einem Haus. Seinen Männern befielt er, dass sie so schnell wie möglich mit der Frau in ein Krankenhaus müssen; das er selbst auch angeschossen worden ist, bemerkt er erst gar nicht. Parca ist normalerweise nicht gerade zurückhaltend, er hat schon viele Menschen ermordet. Doch dies hier ist seine Jugendfreundin und –liebe Ladydi. Auf seinem Körper sind unzählige Tattoos, unter anderem die Namen seiner Opfer. Unglücklicherweise wird in Venezuela gerade gestreikt, die Ärzte fordern eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitszeiten. Die Regierung versucht den Streik auszusitzen, die Armen leiden darunter, die Reichen gehen in Privatkliniken. Eine solche steuern Parca und seine Jungs an. Sie nehmen die Patienten und Besucher dort als Geisel, die Ärzte müssen seiner früheren Freundin das Leben retten und ihr Kind auf die Welt bringen. Doch das ist nicht das einzige Problem für Parca. Draußen wartet die Polizei mit Spezialeinheiten, drinnen sind die Machtverhältnisse nicht gänzlich geklärt. Einige spannende und tragische Wechsel machen den Film in der zweiten Hälfte zu einem starken südamerikanischen Thriller.
Kritik
Es gibt nur wenige Kritikpunkte. Die liegen zum Teil aber lediglich an der Synchronisation. Die Action kann mit Hollywood Filmen mithalten, die Mentalität ist der andere Unterschied zu europäischen Werken. Wirklich stark ist die Handlung, die auch leichte Schwächen aufzeigt, aber mit Wandlungen besticht, die selbst Hollywood nicht drauf hat. Darstellerisch ist das alles gut, Optik und Inhalt sorgen dafür, dass man den
target=”_self”>Film auch hierzulande sehen sollte. An manchen Stellen ist der Film außergewöhnlich brutal, ab 18 Jahren wäre ebenso zu vertreten.
Das Bonusmaterial besteht aus dem Trailer sowie weiteren Filmtipps.
The Zero Hour: Venezuela 2010; Regisseur: Diego Velasco; Darsteller: Ruben „Zapata 666“, Amanda Key, Erich Wildpret, Laureano Oliverez, Alejandro Furth; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 98 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Spanisch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph); Vertrieb: ©Senator Home Entertainment. Veröffentlichung Verkauf: 22. Juni 2012.
Bewertung: 7/10 Punkten
Spannung: 3/4 – Action: 3/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 2/4 – Anspruch: 2/4
Der Gestank des Erfolges
Tragikomödie
Was für ein riesiger Haufen Scheiße! Es gibt mit Sicherheit nur wenige Filme in denen so häufig das Wort Scheiße fällt. Dabei handelt es sich zumeist nicht um Schimpfworte oder Beleidigungen, es geht schlichtweg um Dünger, der nun mal aus Exkrementen besteht. Wir befinden uns im Amerika in den 1960er Jahren. Eine Firma für Düngemittel muss ihre Ware unbedingt an die Farmer bringen. Dafür fahren sie durch das ganze Land, immer eine Probe ihres Produktes mit im Auto. Dass da die Verkäufer leicht müffeln bleibt nicht aus. Das Geschäft ist hart, die Farmer zu überzeugen von ihrer Scheiße funktioniert manchmal nur mit kleinen Tricks.
Inhalt
Eine solche Tragikomödie haben sie vermutlich noch nie gesehen: Mr. Rose führt sein Imperium aus Düngemitteln, die Rose Manure Company, die sich auf den Vertrieb von natürlichen Düngemitteln – also meist Kuhmist – spezialisiert hat. Zahlreiche Verkäufer versuchen täglich auf ihrer Fahrt durch Amerika ihre Produkte an den Bauern zu bringen. Als eines Tages Mr. Rose bei einem Unfall ums Leben kommt, hofft der Verkäufer der letzten Jahre, Patrick Fitzpatrick (Billy Bob Thornton) den Laden übernehmen zu dürfen. Doch er hat nicht mit der Tochter von Rose gerechnet. Rosemary Rose (Téa Leoni) ist in New York Kosmetik-Verkäuferin und hatte jahrelang wenig Kontakt zu ihrem Vater. Nun erbt sie seine Schulden von etwa zwei Millionen Dollar. Nach einer ersten Entlassungswelle, bei der sie sich natürlich wenig Freunde gemacht hat, holt sie die fünf besten Verkäufer zurück ins Boot. Ein Verkauf des Unternehmens scheint ausgeschlossen, ob der horrenden Schulden, insbesondere bei einem Mann. Als auch noch Konkurrenz (Kyle MacLachlan) auftaucht und deren künstlicher Dünger die normale Scheiße aus dem Rennen wirft, herrscht Krieg zwischen den Verkäufern. Rosemary und Patrick wittern den Geruch des Erfolges.
Kritik
Der Film hat in seinen guten Momenten etwas von „O Brother, where Art Thou“ mit George Clooney. Allein die Bilder sind in einem psychedelischen Gelbton gehalten. Der Film ist mit sehr guten Einfällen gespickt. Leider ist die Synchronstimme von Thornten nicht seine richtige. Die Witze funktionieren, eine wunderbare Looser-Ballade. Doch an den weniger guten Stellen, fragt man sich wo die Dialoge bleiben, worum es eigentlich geht. Deshalb gibt es kleine Abzüge in der B-Note. Insgesamt ist es ein ruhiger Independent-Geheimtipp. Unbedingt mal ausleihen und ansehen.
Das Bonusmaterial besteht aus dem Trailer und Filmtipps.
Der Gestank des Erfolges (O: The Smell of Success): USA 2009; Regisseur: Michael Polish; Darsteller: Billy Bob Thornton, Téa Leoni, Ed Helms, Kyle MacLachlan; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 87 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Lighthouse Home Entertainment. Veröffentlichung Verkauf: 25. Mai 2012.
Bewertung: 7/10 Punkten
Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4


