DVDs der Woche: Safe House / Brand

5. Juli 2012
By Holger Nickel

Brand

Thriller / Drama

Wow, was für ein Film. Ein Krimi der Gegensätze. Mit einem wie immer granteligen Frauenheld Josef Bierbichler und als seinen Gegenpart den adretten jungen Denis Moschitto. Zwischen den beiden Figuren die die Schauspieler im Film verkörpern steht eine Frau, dargestellt von Angela Gregovic. Keine Menage a trois, sondern Eifersüchteleien, rund um das verwerfliche Fremdgehen einer Frau, die Gefallen am älteren Schriftsteller findet. Ihr Ehemann kann dieser Situation gar nichts abgewinnen und forciert eine Eskalation. Währenddessen muss sich der alte Hauptdarsteller noch um seine kranke Ehefrau kümmern.

Inhalt

Der bekannte Schriftsteller und Fotograph Brand (Josef Bierbichler) besucht seine kranke Ehefrau täglich im Krankenhaus. Sie leidet an Krebs, nach einer Heilung sieht es nicht aus. Während seiner Krankenhausbesuche lernt er die Pflegerin seiner Ehefrau kennen, die junge Angela (Angela Gregovic), die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt. Die Ehefrau eines türkisch stämmigen Wieners (Denis Moschitto) interessiert sich für den weltgewandten Grantler nach und nach. Sie verabredet sich mit ihm, und es entsteht eine persönliche Ebene, bis hin zum Fremdgehen der jungen Frau. Das bemerkt der eifersüchtige Ehemann und Kriminalkommissar bald. Er stellt seiner Frau nach, lässt sie beschatten und schüchtert sowohl sie als auch Brand ein. Die stört das Fremdgehen zunächst überhaupt nicht, doch da haben sie den Ehemann unterschätzt. Auch Brands Ehefrau, die darauf dringt mit ihrer Krankheit nach Hause entlassen zu werden, und dort ihre letzten Stunden und Wochen verleben zu dürfen ahnt etwas. Es beginnt ein Katz-und-Maus Spiel zwischen den Kontrahenten um die Frau, die beide begehren, die sich aber längst für Brand entschieden hat. Ein klassischer Showdown auf deutsche Verhältnisse relativiert erwartet die Zuschauer.

Kritik

Sehr gute darstellerische Leistungen auch von Moschitto, der den Landesdialekt sprechen kann. Ein Film Noir – dunkel und fesselnd. Erstaunlich, wie wenig der Film bislang in den Medien vorgekommen ist. Den sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man deutsch-österreichische Krimis mag. Angela Gregovic ist eine Entdeckung.

In den Extras befinden sich Filmvorschauen.

Brand: D / Ö 2011; Regisseur: Thomas Roth; Darsteller: Josef Bierbichler, Angela Gregovic, Erika Deutinger, Denis Moschitto; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 110 Minuten; Sprachen: Deutsch 2.0; Untertitel: -; Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph); Vertrieb: ©Zorro Medien / Good Movies. Veröffentlichung Verkauf: 29. Juni 2012.

Bewertung: 7/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 2/4  – Anspruch: 2/4

Devil Inside

Horror-Pseudo-Dokumentation

Die Anzahl der Exorzismus-Filme hat in den vergangenen Jahren sprunghaft zugenommen. Alle mit einem anderen Ansatz, oder Gewichtung auf bestimmte Elemente der Teufelsbessenheit bzw. –austreibung. Dieser recht kurze Horrorfilm arbeitet nach dem „Blair Witch Projekt“ Prinzip mit Handkamera im Pseudo-Dokustil. Das ist an sich ganz spannend gemacht, nur leider verfehlt er die eigentliche Zielgruppe, die Horror- und Schockfilme sehen möchte. Hier sind auch mal die Dialoge und Monologe wichtig. Darüber dürfte man tatsächlich mal nachdenken. Leider ist die Story letztlich ein wenig zu simpel, um einen wirklich subtilen Horror zu verbreiten.

Inhalt

Isabella Rossi hat sich vorgenommen, ihre Mutter zu besuchen. Die ist Patientin in einer Nervenheilanstalt in Rom. Isabella selbst hat ihre Mutter seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. Seit diese drei Menschen umgebracht hat. Während eines Exorzismus. Im Jahr 1989 geht bei der Polizei ein Anruf ein, eine Frauenstimme erklärt sie habe soeben drei Menschen ermordet. Das Gericht erklärt sie später für unzurechnungsfähig, der Vatikan nimmt sich des Themas an und holt die Frau nach Rom. Dort wird sie jedoch wie eine gewöhnliche Schizophrene behandelt, eine kranke Frau, die fortwährend unter einer hohen Medikamentendosierung steht. Ihre Unterarme und –lippe sind „verziert“ mit umgedrehten Kreuzen. Isabella lernt mit ihrem Kameramann Michael mehr über Exorzismus und sie lernt eine kleine Gruppe von Priestern kennen, die sich nicht nur die Theorie unterhalten, sondern tatsächlich praktizieren. Entgegen dem Wunsch des Vatikans, der den katholischen Exorzismus praktisch verboten hat. Die beiden Priester untersuchen Isabellas Mutter Maria und versuchen ihre Dämonen, sofern vorhanden, auszutreiben. Das allerdings erst in den letzten 20 Minuten, vorher geht es eher theoretisch zu.

Kritik

Man kann dem Film seine Spannung ganz sicher nicht absprechen, allein die Debatten über Exorzismus und den christlichen Glauben sowie die Haltung des Vatikans zur Thematik sind durchaus informativ. Was später kommt, sind verrenkte Körper, vom Teufel besessene Menschen und … nö, das wird natürlich nicht verraten. Also ganz klar, abgesehen vom Ende ist dies hier kein Schocker, sondern ein fast analytisches Werk über Exorzismus. Nur ganz knapp die sechs von zehn Punkten verfehlt.

Das Bonusmaterial besteht aus Trailern vor dem Hauptfilm.

Devil Inside: USA 2011; Regisseur: William Brant Bell; Darsteller: Fernanda Andrade, Simon Quarterman, Evan Helmuth, Suzan Crowley; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 80 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1; Untertitel: Deutsch, Englisch; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Paramount Home Entertainment. Veröffentlichung Verkauf: 05. Juli 2012.

Bewertung: 5/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4

Safe House

Agententhriller

Endlich mal wieder ein politischer Agententhriller, nicht ganz im Stile von „The International“ aber dennoch stark. Hier wird mehr Wert auf Action und wilde Verfolgungsjagden gelegt. Ein Exagent will vor der Kulisse Südafrikas geheime Unterlagen verkaufen. Diese sind so brisant, dass bald jede Menge Menschen versuchen ihn zu töten. Er flieht in die amerikanische Botschaft und soll von dort aus in ein „Safe House“ gebracht werden. Der Hausagent wird jedoch wenig Freude am prominenten Gefangenen haben. Mit Denzel Washington als Exagent und Ryan Reynolds als jungen aufstrebenden CIA Mitarbeiter, der an seiner Aufgabe wächst.

Inhalt

Matt Weston (Ryan Reynolds) ist ein aufstrebender CIA-Agent im Dienst im Ausland. Seine Aufgabe ist allerdings nicht gerade erfüllend. Er sitzt in einem so genannten „Safe House“, beobachtet die politische Lage und hat sonst nichts zu tun. Das ändert sich schlagartig als bekannt wird, dass einer der berühmtesten Exagenten in Südafrika ist und dort geheime Dokumente verkaufen will. Diese Dateien könnten für die Geheimdienste ziemlich unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Deshalb ist gleich eine ganze Gruppe von Auftragskillern hinter Tobin Frost (Denzel Washington) her. Umzingelt von Feinden bleibt ihm schließlich nur noch eine Wahl, er sucht Schutz in der amerikanischen Botschaft. Von dort aus soll er in das Safe House gebracht werden, zu Matt Weston. Schnell stellt sich heraus, dass er dort ebenfalls nicht sicher ist. Viele CIA-Agenten werden während der Vernehmung Frosts getötet, nur Weston und Frost können fliehen. Doch wohin und wer in der CIA ist der Maulwurf der das Safe House verraten hat. Klar, dass Frost versucht Weston zu entkommen. Doch die Killer sind weiter hinter ihm her; Weston sieht seine Chance sich zu beweisen und will seinen Gefangenen sicher abliefern.

Kritik

Guter Spionage

target=”_blank”>Thriller
mit sehr viel Action. Wilde Verfolgungsjagden, wenig Rücksicht auf Verluste was Personen und Autos oder ganze Häuser angeht. Dabei haben die beiden Hauptdarsteller ihre eigene löbliche Ethik, keine Unschuldigen zu erschießen. Die Bedeutung des Exagenten wird erst später verdeutlicht, auch was es mit dem mysteriösen Datenchip auf sich hat. Die Story ist sicherlich nicht neu, doch gut umgesetzt. Für manche vielleicht mit zuviel Action und zu wenig Hintergrundkritik. Dennoch einer der besseren Filme, die in diesem Jahr auf dem Heimvideomarkt erschienen sind.

Die Extras bestehen aus Trailern vor dem Hauptfilm und einem Hinter der Action.

Safe House: USA 2012; Regisseur: Daniel Espinosa; Darsteller: Ryan Reynolds, Denzel Washington, Brendan Gleeson, Vera Farmiga, Sam Shepard, Nora Arnezeder; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 110 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1; Untertitel: Deutsch, Englisch; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Universal Pictures Germany. Veröffentlichung Verkauf: 05. Juli 2012.

Bewertung: 8/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 3/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4

Das gibt Ärger

Komödie

Was passiert, wenn Actionhelden wie Chris Pine („Star Trek“, „Unstoppable“), Tom Hardy („Warrior“, „Bronson“) und Til Schweiger (in den USA als Actionfigur „Inglourious Basterds“, „The Courier“) in einer romantischen Actionkomödie zusammen agieren? Tja, das wird hier nicht verraten. Jedenfalls sind die Eindrücke so unterschiedlich wie selten, liest man sich andere Kritiken durch. Für Action ist jedenfalls gesorgt, den Sexappeal für die männliche Fraktion bietet Reese Witherspoon, als Femme Fatale mit moralischen Gewissensbissen. Darf sie gleich zwei Typen daten, ihre Freundin meint ja. Dumm nur, dass sich die beiden kennen und Agenten beim CIA sind.

Inhalt

Zwei Top-Agenten, Spione wie sie im Buche stehen: cool, erfolgreich, hart, echte Männer eben. FDR (Chris Pine) und Tuck (Tom Hardy) verkörpern alles, was und James Bond seit Jahrzehnten vorlebt. Nur eins stört die beiden Jungs auf Dauer doch, sie haben keine Partnerin. Tuck lebt getrennt von der Mutter seines Sohnes, FDR hat gelegentlich ein paar heiße Stewardessen in seiner Luxuswohnung. Dann wäre da noch die hinreißende Lauren (Reese Witherspoon), auch sie lebt in Los Angeles und ist Single. Sie arbeitet in der Produktwerbung bzw. sie testet Produkte. Für ihren Freund ist sie extra nach L.A. gezogen, doch der hat sie betrogen. Nun braucht sie unbedingt endlich wieder einen Mann, findet zumindest ihre Freundin und stellt ein Gesuch in einem Singleportal ein. Sie trifft sich darüber mit Tuck und es funktioniert gar nicht schlecht beim ersten Date. Auf dem Nachhauseweg anschließend lernt sie FDR in einer Videothek kennen und findet ihn abstoßend arrogant, er sie aber hinreißend. Er will sich unbedingt mit ihr treffen. Sie lässt es zu. Kurz darauf finden die Freund heraus, dass sie dieselbe Frau daten und schließen ein Abkommen. Fortan beobachtet jeder den anderen, wenn er sich mit Lauren trifft.

Kritik

Und das werden keine normalen Dates. Autofahrten in seltenen Oldtimern, Paintballspiele und so weiter und so fort. Da die Jungs Geheimagenten sind finden sich in Laurens Wohnung bald jede Menge Wanzen und Kameras von beiden, damit sie immer wissen, was der andere gerade macht und damit sie mehr über die Frau erfahren. Selbstverständlich sabotieren sie sich gegenseitig um Lauren für sich zu gewinnen. Wer wird da am Ende gewinnen, wird sich Lauren für einen von ihnen entscheiden können, oder fliegt alles auf? Nebenbei gibt es noch einen bösen Deutschen (Til Schweiger), der die Spione töten möchte. Die Spiel mögen beginnen; die Action genießen, den Humor auch und bloß nie nach Sinn und verstand fragen. Ein Film für Actionfreunde…

In den Extras finden sich entfallene Szenen und alternative Filmenden.

Das gibt Ärger (O: This means War): USA 2011; Regisseur: McG (Joseph McGinty Nichol); Darsteller: Reese Witherspoon, Tom Hardy, Chris Pine, Til Schweiger; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 94 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1; Untertitel: Deutsch, Englisch; Bild: 2,40:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©20th Century Fox Home Entertainment. Veröffentlichung Verkauf: 06. Juli 2012.

Bewertung: 6/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 3/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 2/4 – Anspruch: 1/4

Black Gold

Abenteuerhistorienfilm

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die arabische Halbinsel und die Wüste erschlossen als Wirtschaftsfaktor. Das Ölvorkommen interessierte die amerikanischen Firmen, die den einheimischen Stämmen und Fürstentümern materiellen und finanziellen Reichtum anboten und im Gegenzug das Öl fördern zu dürfen. Die Möglichkeit der Entwicklung der Region, die ambivalente Haltung zwischen Moderne und Tradition, Moral und Herrschaft konkurrierten zwischen den Fürsten und verkomplizierten die Verhältnisse. Konflikte brachen neu aus, insbesondere zwischen zwei Parteien, die sich schon einmal gegenüberstanden.

Inhalt

Der Sultan Amar (Mark Strong) von Salmaah und der Emir Nessib (Antonio Banderas) von Hobeika standen sich schon des Öfteren gegenüber in kriegerischer Absicht. Zuletzt hatte der Emir gesiegt, und als Zeichen seines Triumphes ein Abkommen geschlossen, das zudem vorsah, dass die beiden Söhne des Sultans in die Obhut des Emirs gegeben wurden und als dessen Geiseln aber auch Söhne großgezogen werden sollten. Mehr als fünfzehn Jahre später sind die Söhne erwachsen. Der eine ist der zielstrebige Anführer, der fliehen möchte und zu seinem Vater zurück will, der andere, Auda (Tahar Rahim) übernimmt die Bibliothek und führt ein eher zurückgezogenes friedliches Leben. Die Situation zwischen den Fürstentümern und den anderen Stämmen auf der arabischen Halbinsel eskaliert, als Amerikaner dem Emir von Hobeika das Angebot machen, bei ihm Öl zu fördern und im Gegenzug viel Geld dafür zu erhalten. Während der Nessib „verwestlicht“ stirbt der eine Sohn des Amars und Auda wird zu seinem Vater geschickt, um das Verhältnis zu kitten. Doch Tradition, Koran sowie die starre Haltung seines Vaters beschwören einen erneuten kriegerischen Konflikt herauf. Liebe, Macht und die Größe einzelner Menschen.

Kritik

Die erste Stunde ist das

target=”_self”>Wüstenepos
, das in manchen Szenen an „Lawrence von Arabien“ erinnert sehr ruhig. Die Einführung in die Welt der arabischen Halbinsel zu der Zeit, in der Ehre, Tradition und Stärke zählten dauert. Die zweite Hälfte ist dafür umso imposanter. Gerade der Hauptdarsteller Tahar Rahim wandelt sich auch optisch vom Mitläufer und Intellektuellen zur Führungsperson. Die Rolle des Arztes ist ebenso perfekt besetzt, inhaltlich ist nur die Wassersuche ein wenig dubios gehalten. Doch Wunder gibt es immer wieder. Zwei Stunden beste Unterhaltung – unbedingt ansehen!

Keine Extras, nur Trailer zu Beginn der DVD.

Black Gold: F 2011; Regisseur: Jean Jacques Annaud; Darsteller: Tahar Rahim, Antonio Banderas, Mark Strong, Freida Pinto, Riz Ahmed, Driss Roukhe, Corey Johnson; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 125 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1, Spanisch 5.1; Untertitel: Deutsch, Englisch; Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Universal Pictures Germany. Veröffentlichung Verkauf: 21. Juni 2012.

Bewertung: 8/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 3/4

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