Félicité

20. Juni 2018
By Holger Nickel

Drama

Alain Gomis wurde 1972 in Paris geboren. Der Regisseur des Filmdramas „Félicité“ hat westafrikanische Wurzeln, studierte Kunstgeschichte und Film an der Pariser Sorbonne. Nach Video- und Kurzfilmen drehte er 2002 seinen ersten, mit dem Silbernen Leoparden in Locarno ausgezeichneten Spielfilm L’Afrance, in dem es um die seelischen Nöte von Migranten in Frankreich geht. Sein Spielfilm „Andalucia“ von 2008 wurde beim Filmfestival Venice Days gezeigt, „Aujourd’hui“ (Tey) lief 2012 im Wettbewerb der Berlinale und wurde als senegalesischer Vorschlag für die Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film eingereicht. Das schaffte „Félicité“ jetzt auch und landete auf der Osacar Shortlist für den besten fremdsprachigen Film. Zudem erhielt der Film den Silbernen Löwen bei der Berlinale. Der Film wird im Original mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt.

Inhalt

Félicité (Véro Tshanda Beya) ist Sängerin und tritt jeden Abend in einer Bar in Kinshasa auf. Sie ist eine Frau in der Mitte ihres Lebens, stolz und unabhängig, doch sobald sie singt, scheint sie die Welt um sich herum zu vergessen. Es sind rauschhafte Nächte, denn Félicités Musik hypnotisiert und bewegt ihr Publikum.

Als ihr Sohn nach einem schweren Unfall im Krankenhaus liegt und dringend am Bein operiert werden muss, versucht Félicité, das dafür nötige Geld aufzutreiben, eine Million Franc. Sie begibt sich auf eine atemlose Reise durch die kongolesische Metropole zwischen Armut und dekadentem Reichtum. Unterstützung bekommt sie durch den Schwerenöter Tabu (Papi Mpaka), einen der Stammgäste der Bar. Er ist es auch, der Félicités Sohn nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus der Lethargie entreißt und ihn zurück ins Leben führt. Die Umstände habe diese drei unterschiedlichen Menschen zu einer Schicksalsgemeinschaft gemacht. Félicités karge Wohnung mit dem permanent kaputten Kühlschrank wird zum utopischen Ort in einem Land, das für die meisten seiner Einwohner keine Hoffnung bereithält…

Kritik

Einfach zu lang. Der Beginn ist gut, bis es ins Krankenhaus geht und die Protagonistin erneut zu naiv erscheint. Die Odyssee, die Suche nach dem Geld für die Operation ist eine Mission Impossible, mit einem realistischen Ende. Zwischendurch gibt es Musik, um von der Dramatik abzulenken. Kein einfaches Leben, hier funktioniert nicht nur der Kühlschrank nicht. Seht euch andere gute Filme von Absolut Medien hier an.

Im Bonusmaterial gibt es ein Booklet von Marie-Hélène Gutberlet sowie den Trailer und Filmtipps.

Félicité: Senegal 2017; Regie: Alain Gomis; Darsteller: Véro Tshanda Beya, Gaetan Claudia, Papi Mpaka; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 124 Minuten; Sprachen: Französisch / Lingala 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©Absolut Medien. Veröffentlichung Verkauf: 22. Juni 2018.

Bewertung: 7,4/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 3/4

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