Frank Uhlmann – Die Akte Jacobi

8. Juli 2018
By Holger Nickel

Thriller

Frank Uhlmann hat mit „Die Akte Jacobi“ schon den dritten Roman mit seinen Protagonisten Norman Jacobi und Katharina Beck geschrieben. Ein politischer Hochgeschwindigkeitsthriller über Polizeigewalt, Drogen und eine mysteriöse Hintergrundgeschichte. Ein Fall, der wiederum für Hochspannung sorgt und tödlich enden könnte. Es empfiehlt sich allerdings die vorherigen zwei Romane zu kennen, ansonsten fehlt ab und an das Hintergrundwissen. Leider passiert es ab und an, das der Rezensent solche Vorgeschichten übersieht und damit die Kritik nur auf dieses Buch mit fehlendem Wissen zu den vorherigen basiert. Die Geschichte ist zuerst spannend, später sehr weit hergeholt, zu stark darauf angelegt eine Fortsetzung finden zu dürfen und wirkt nicht immer plausibel, zu wenig erklärend. Action ist halt doch manchmal wichtiger, wie im Amerikanischen so häufig.

Inhalt

Bei einer Demo von Bürgerrechtlern kommt in Frankfurt ein Aktivist ums Leben. Gerüchte kursieren, es seien „die Bullenschweine“ gewesen. Polizeireporter Norman Jacobi wird ein verwackeltes Beweisvideo zugespielt, und einer der Aktivisten verspricht, belastendes Material gegen den Staatsschutz zu liefern. Er war selbst zugegen, hat die Wasserwerfer am eigenen Leib gespürt. Kommissar Demandt, ein alter Bekannter, aber warnt Jacobi: Der Mann sei ein polizeibekannter Krimineller, der den Reporter nur für seine Zwecke benutzen wolle. Während Jacobi sich noch fragt, wem er hier trauen kann, macht er in den Räumen der Bürgerrechtler eine überraschende Entdeckung: Er findet ein Dossier über sich selbst. Was hat das hier mit ihm zu tun, wieder der mysteriöse Mann im Rollstuhl, der ihn seit langem drangsaliert, so steckt etwas anderes dahinter? Während Jacobi Freddy kennenlernt, der ihn mit Informationen versorgt, ist seine Fast-Freundin Katharina Beck, eine Uni-Dozentin, ebenfalls auf der Suche nach den Hintergründen der Tat. Doch noch mehr Stellen sind involviert. Natürlich steigt die Gefahr für die beiden Protagonisten und um den Fall aufzuklären, müssen sie ihr Leben aufs Spiel setzen.

Kritik

Oder wollen es, wie man den Eindruck bekommen könnte. Der Thriller ist zu gewollt, zu sehr auf Action angelegt. Dabei rückt der Inhalt in den Hintergrund, der zunehmend absurd gerät. Da hätten wir schon noch ein paar Fragen, die unbeantwortet bleiben. Dafür ganz am Ende der – völlig unnötige – Hinweis, dass es eine Fortsetzung geben wird. Wer hätte es gedacht. Ein wenig subtiler bitte, wir sind hier nicht im Film. Was sich am Ende im Keller abspielt, ist schlicht zu grotesk. Dennoch fesselt der Thriller gerade zu Beginn und bis ins zweite Drittel, bis Norman zunehmend weniger sympathisch erscheint.

Frank Uhlmann 1971 in Niedersachsen geboren, studierte Soziologie und Politikwissenschaft. Nach Tätigkeiten an verschiedenen Universitäten arbeitet er jetzt als Studienberater an der Universität in Gießen, wo er mit seiner Frau lebt. Der Roman ist der dritte zu den Hauptpersonen. „Die Akte Jacobi“ hat 398 Seiten und ist im dtv am 22. Juni erschienen.

Bewertung: 7,8/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 4/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4

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