Grailfest 2018 – Die bislang größte Schlacht der Grailknights

8. Mai 2018
By Steve Palaser

Epische Schlacht über zwei Abende eingebettet in kleines, kultiges Metal-Festival

Das MusikZentrum Hannover wurde am Freitag, den 4. und Samstag, den 5. Mai 2018 zu Castle Grailskull, der Heimat der gloriosen Grailknights. Die kultige Superhelden-Metalband aus der Region Hannover richtete an diesem Wochenende das GRAILFEST 2018 aus. Ein kleines, aber feines Metal-Festival mit lokalen Metalbands und herrlich verrücktem Rahmenprogramm. Das Highlight war an beiden Abenden natürlich der Auftritt der Grailknights selbst, die sowohl am Freitag, als auch am Samstag in die Schlacht zogen. Aber es waren keine zwei Schlachten, sondern in Wirklichkeit eine große Schlacht, die in zwei Teile geteilt war, also Freitag begann und Samstag, Vorsicht Spoiler, ihr Happy End fand.

Das Wetter war den Gralsrittern und ihren Fans hold und so erfreute sich auch der Außenbereich vor dem MusikZentrum regem Zulauf. Zwischen Bierwagen von Sponsor Rupp Bräu, einer Kleinbrauerei aus Lauenau, deren Hopfen-Erzeugnisse vorzüglich munden, und dem Pizzastand, an dem frisch belegte italienische Teigscheiben auf hungrige Besucher warteten, war für das leibliche Wohl des Battlechoirs gesorgt. Auf Klappbänken, an Stehtischen und im Zelt, in welchem stets eine bunte Auswahl an Metal-Songs lief, hatten die Fans Gelegenheit zum relaxen, sich untereinander und mit den Grailknights auszutauschen, die sich natürlich auch unter die Fans mischten und für jeden Schabernack zu haben waren.

Das Hauptprogramm startete am Freitagabend aber im MusikZentrum mit der Mittelalterfolkband Die Habenichtse. Gegründet 2011, kommen die Mitglieder aus dem Bergischen Land und Hannover. Die Habenichtse haben sich in den letzten Jahren als unterhaltsame und vielseitige Liveband etabliert und spielten an diesem Abend eine Auswahl von Stücken aus ihren beiden Alben „Kupfer ist das neue Gold“ und „Trinkpause“, wobei der Schwerpunkt auf letzterem lag, da dies das 2017 veröffentlichte aktuelle Album der Habenichtse ist. Band und Publikum hatten sichtlich Spaß bei dem Auftritt.

Nach kurzer Umbauphase wurde es Zeit für die nächste Band. Scarnival aus Hannover. Scarnival lieferte ein Death Metal Set in Reinkultur ab und vermochten ebenfalls, das Metal-erprobte Publikum gut zu unterhalten.

Doch effektiv war der Battlechoir hauptsächlich hier, um mit den Grailknights in die Schlacht zu ziehen und die Support-Acts waren ein netter Bonus, der für Abwechslung sorgte. Und nach der nächsten Umbauphase vor zugezogenem Vorhang war es endlich soweit. Der Vorhang öffnete sich und die muskulösen Superhelden der Grailknights enterten unter frenetischem Applaus die Bühne. Bei ihrer epischen Schlacht stellten sie einige Songs ihres neuen Albums „Knightfall“ vor und natürlich durften auch Klassiker wie das „Superhero Medley“ oder „Grailquest Gladiators“ nicht fehlen. Zwischen den Songs entwickelte sich die Story weiter, in der der böse Dr. Skull ihnen wieder einmal den Gral entwendete und die Recken in eine Schattenwelt teleportierte, nachdem sie von dem grünen Trank kosteten, den ihnen ihre treue Bierstute Zapf Beauty vorbeibrachte. Und auch wenn Zapfy den Battlechoir wie gewohnt mit einem Fass köstlichen Gerstensaftes versorgte, hätte den Grailknights eigentlich sofort auffallen müssen, dass mit Zapfy irgendwas nicht stimmte. Denn es war eher Zapf Ugly, statt Zapf Beauty. In der Schattenwelt kämpften sie gegen einen Laserraptor und gegen eine Riesenspinne, doch am Ende des Abends waren sie immer noch in der Schattenwelt gefangen ohne eine Idee, wie sie da wieder rauskommen sollten. Damit endete die Schlacht am Freitag mit einem Cliffhanger und der Battlechoir wurde zu den Klängen der genialen melancholischen Ballade „Home at last“ in die Nacht entlassen, um Samstag zum großen Finale wieder gestärkt die Grailknights bei ihrer bislang größten Schlacht zu unterstützen.

Das Grailfest begann am frühen Samstagnachmittag ebenso ereignisreich, wie es Freitagabend endete, und zwar mit einem Frühschoppen. Frei nach dem Motto „4 Bier vor 4“ konnte sich der Battlechoir mit frisch gezapftem güldenen Gerstensaft von Rupp Bräu stärken und aktiv beim vielseitigem Rahmenprogramm mitmachen. Twister spielen mit Sovereign Storm und Helden- & Skullwarriorschminken waren nur zwei Optionen im Außenbereich des MusikZentrums. Metal-Karaoke und anderer Schabernack gehörte ebenfalls dazu. Live-Musikmäßig begann das Programm mit den Wunstorfer Hard Rockern von Diamondback, gefolgt von den Impaled Eyes, einer Newcomerband aus Wolfenbüttel, die mit purem Thrash Metal  zum Headbanging einluden. Mit Epilirium folgte eine Metal-Combo, die humortechnisch klar auf einer Wellenlänge mit den Grailknights sind, was sich auch daran zeigte, dass Sänger Lukas später eine entscheidende Rolle in der Schlacht einnahm und mit den Grailknights gemeinsam „Shadow of the Mountain“ intonierte. Doch zuvor präsentierten Kadavrik, die auch nicht zum ersten Mal bei den Grailknights auftraten, ihren atmosphärischen Dark Death Metal. Nach einer Autogrammstunde mit den Grailies und deren Stammkünstler Timo Wurz, der für die genialen Album-Cover verantwortlich ist, wurde es Zeit für den letzten der Ehrengäste der Grailknights auf dem Grailfest 2018. Victorius aus Leipzig waren mit ihrem Power Metal ein weiteres Highlight, welches genau in die Linie der Grailies passte, denn auch bei Victorius stehen Dinosaurier mit Lasern im Mittelpunkt ihrer aktuellen EP Dinosaur Warfare.

Danach war es aber endlich soweit, das große Finale der Schlacht der heroischen Grailknights, die ja immer noch in der Schattenwelt feststeckten.  Musikmäßig erwartete die Fans im prall gefüllten MusikZentrum eine Mischung aus neuen Stücken vom aktuellen Album „Knightfall“ sowie diverse Klassiker, wobei natürlich auch einige Stücke dabei waren, die bereits am Abend zuvor gespielt wurden, wie zum Beispiel das „Superheromedley“, der „Laser Raptor“ oder die „Grailquest Gladiators“. Storytechnisch half den Grailknights ein mysteriöser Fremder, den Weg aus der Schattenwelt zu finden. Dazu mussten sie mit einem Boot einen Fluss entlangfahren, was sie in der Show damit simulierten, dass Sir Optimus sich in einem Schlauchboot vom Battlechoir auf Händen tragen ließ. Crowdsurfing einmal anders und das genialste, was ich je in einem Konzertsaal gesehen hatte. Ich stelle mir grad vor, wenn er das in Wacken machen würde. Nur die Landung am Ufer, also auf der Bühne, klappte nicht ganz so gut, Sir Optimus wurde quasi aus dem Boot geschüttet und kam mit lautem Plonk auf den Brettern, die die Welt bedeuten, auf. Nachdem der böse Dr. Skull unsere heroischen Ritter mehrfach hinterlistig an der Nase herumführte, ihnen beispielsweise einen falschen Gral gab oder sie als der sympathische Doktor Schädel verkleidet begleitete, besiegten sie ihn letztendlich und erhielten sowohl ihren Gral, als auch Zapf Beauty zurück, die in gewohnter Schönheit erstrahlte. Zu den Klängen von „Return to Castle Grailskull“ fand die epische Schlacht unserer muskulösen Superhelden ihr Happy End, welches die Grailknights mit dem Battlechoir mit ein paar Zugaben feierten, bevor das Grailfest 2018 endete und die Vorfreude auf das nächste Mal begann. Auf das das Grailfest noch viele Neuauflagen erleben wird, denn so ein kleines, kultiges Metalfestival mit befreundeten Bands und lokalen Newcomern in der Heimat der Grailies ist ein perfekt passendes buntes Mosaiksteinchen in der Festivallandschaft von Grailham City, wo Bands und Battlechoir gemeinsam ihre Liebe zum Metal und epischen Geschichten feiern können. Battle on, Grailknights!

Text & Fotos: Steve Palaser

Weiterführende Links:

Grailknights

MusikZentrum Hannover

Rupp Bräu

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