Gute Besserung Babak Rafati!
Der Hannoversche Schiedsrichter Babak Rafati hat am Samstag versucht sich das Leben zu nehmen. Einer der bekanntesten und besten Schiedsrichter in der Bundesliga kam nach ersten Erkenntnissen nicht mit dem fortwährenden Druck zurecht.
Der 41-jährige Bundesliga-Schiedsrichter iranischer Abstammung ist seit 1997 DFB-Schiedsrichter. Er pfeift im Dienste seines Heimatvereins Niedersachsen Döhren. Der Bankkaufmann hat seit 2000 Bundesligaspiele in der Zweiten Liga und seit 2005 auch Partien in der Ersten Bundesliga gepfiffen. Zudem ist er FIFA-Schiedsrichter. Der stets gut gelaunt wirkende Rafati hatte seine Premiere im Oberhaus im Match zwischen Köln und Mainz gefeiert, nun sechs Jahre später sollte es wieder zu diesem Duell kommen.
Doch am Samstagmorgen hat er sich ersten Stellungnahmen im Hotelzimmer in der Badewanne versucht die Pulsadern aufzuschneiden. Seine Kollegen fanden ihn rechtzeitig, Rafati liegt in einem Kölner Krankenhaus, sein Zustand soll aber stabil sein.
Nun beginnt neben Betroffenheitsbekundungen auch die Frage nach dem „Warum“ für diesen Suizidversuch. Mehr als 180 Spiele pfiff Rafati bislang – der Leistungsdruck für Schiedsrichter ist immens hoch. Lob gibt es selten, Anfeindungen oder Kritik gehören zum täglichen Geschäft. Es wäre stillos über mögliche Motive zu spekulieren, wichtiger wäre es Babak Rafati alles Gute zu wünschen und zu hoffen, dass er als Schiedsrichter in die Bundesliga zurückkehren kann, sofern er dies möchte.
Der DFB hat gut reagiert und das Spiel zwischen Köln und Mainz abgesagt, unglücklich insbesondere für die Auswärtsfans, aber mit Sicherheit die richtige Entscheidung. 96-Trainer Mirko Slomka, der Rafati als Hannoveraner natürlich kennt zeigte sich geschockt. Da wird eine Niederlage in Wolfsburg schnell wesentlich unwichtiger.


