Herrenhäuser Gespräche – „Von schwindenden Worten – Sprache in der globalen Welt“

21. Januar 2012
By Steve Palaser

Autor Zafer Senocak

Am Donnerstag, den 19. Januar 2012, fand im Kleinen Sendesaal des NDR das 12. Herrenhäuser Gespräch mit dem Thema „Von schwindenden Worten – Sprache in der globalen Welt“ statt. Warum eine Veranstaltung mit dem Titel Herrenhäuser Gespräch am Maschsee und nicht in Herrenhausen stattfindet, erklärte Moderator  Stephan Lohr von NDR Kultur sehr schlüssig. Die Herrenhäuser Gespräche sind ja als Veranstaltung konzipiert, die im neuen Herrenhäuser Schloss stattfinden soll, in dessen Bau die VolkswagenStiftung maßgeblich involviert ist. Die ersten Ausgaben fanden in der Schlossküche Herrenhausen statt, aber zum einen wurde die Veranstaltung beim hannoverschen Publikum immer beliebter, so dass der begrenzte Platz in der Schloßküche schnell ausgebucht war und bei den letzten Veranstaltungen viele interessierte Zuhörer nicht teilnehmen durften. Zum anderen ist die Schloßküche nun auch in die Bauarbeiten des Schlosses mit eingebunden und steht als Location bis auf weiteres nicht zur Verfügung. Wenn alles nach Plan läuft, könne man aber das letzte Herrenhäuser Gespräch 2012, im Dezember so gegen Nikolaus, schon im Schloss abhalten. Bis dahin haben die Herrenhäuser Gespräche erstmal eine Heimat beim Kooperationspartner NDR gefunden, was auch für das Publikum eine gute Nachricht ist, da die größere Location auch dem stetig gestiegenen Interesse Rechnung tragen kann.

Prof. Dr. Anne Storch

Die Gäste, mit denen Moderator Lohr über das Thema Sprachen im Wandel diskutierte, waren wie man es von der Veranstaltung gewohnt ist, hochkarätig und kompetent. Prof. Dr. Anne Storch, Afrikanistin an der Kölner Universität,  Prof. Dr. Christian Mair, Anglist an der Uni Freiburg, Schriftsteller Zafer Senocak, Autor von „Deutschsein – eine Aufklärungsschrift“ und Prof. Dr. Jürgen Trabant, Sprachwissenschaftler an der Freien Universität Berlin und der Jacobs University Bremen., bildeten das Podium und lieferten interessante Diskussionsansätze. Diese alle wiederzugeben, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, zumal man am 5. Februar 2012 auf NDR Kultur im Rahmen der Reihe „Sonntagsstudio“ eine Aufzeichnung des Gespräches hören kann.  Die Frequenz in Hannover ist 98,7 und die Sendung beginnt um 20 Uhr, wobei man sie sicher auch später noch aus der Mediathek  streamen kann.

Prof. Dr. JĂĽrgen Trabant

Unter anderem wurde festgestellt, dass manche Sprachen dem Imperialismus zum Opfer gefallen sind, andere Sprachen sich aber trotz der Tatsache, dass nur eine kleine Gruppe (ca. 5000) sie noch spricht, aber dennoch nicht vom Aussterben bedroht ist und wieder andere Sprachen wie das Baskische sich wider aller Erwartungen gehalten haben. Außerdem wurde betont, dass es gut ist, neben der Muttersprache und Englisch als Weltsprache für die Verständigung in anderen Ländern noch mindestens eine weitere Fremdsprache zu können, sich mit ihr „anzufreunden“.  Senocak wies auch auf das Schizophrene der Deutschen hin, die einerseits zwar für die Integration der Türken wollen, dass sie Deutsch sprechen, andererseits deren Zweisprachigkeit aber nicht anerkennen und schätzen.  Dies waren nur wenige der vielen Ansätze in dieser Diskussion zum Thema Sprache in der heutigen Zeit.

Das nächste Herrenhäuser Gespräch findet am 6. März um 19 Uhr im Kleinen Sendesaal des NDR statt.  Das Thema klingt erneut sehr interessant und spannend: „Weibliche Emanzipation – was hat der Mann gewonnen?“

Anmeldung unter: herrenhaeusergespraeche@volkswagenstiftung.de

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