Jonathan

20. April 2017
By Holger Nickel

(Erotisches-)Drama

Ein Film über Familiengeheimnisse im Hier und Jetzt, von Träumen, Liebe, Hass, Toleranz und Akzeptanz. „Jonathan“ ist ein deutsches Drama, das die schwere des Themas mit der Leichtigkeit der Erotik auszugleichen versucht. Ein Drama über das Alter, Pflege Angehöriger, dem Leben auf einem Bauernhof, einer Pflegekraft, einer kleinen Fehde, Liebe und einer nie erlaubten und gelebten Liebe. Auf der DVD befinden sich zudem noch die Kurzfilme „Fliegen“ mit Sandra Hüller („Toni Erdmann“) und Jakob Matschenz („Mein Blind Date mit dem Leben“) und „Heavy Pregnant“. Zudem gibt es noch ein sehenswertes Making of und ein paar zusätzliche Szenen. Kein Film den man sich gerne ansehen möchte, egal wie wichtig das Thema ist, oder wie gut die Sex (Erotik-)szenen zwischen Julia Koschitz und Jannis Niewöhner sind.

Inhalt

Jonathan (Jannis Niewöhner) pflegt seit Jahren seinen schwer kranken Vater Burghardt (André Hennicke) und bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Tante Martha (Barbara Auer) den Bauernhof der Familie. Die Pflege des Vaters, die Organisation des Hofes und die schwere Arbeit auf dem Feld bestimmen seinen Alltag. Das Verhältnis zwischen Martha und Burghardt ist angespannt, jahrelang haben sie kein Wort miteinander gewechselt.

Dass Burghardt keine Nähe zulassen kann und Jonathans Fragen zum frühen Tod seiner Mutter stets unbeantwortet lässt, macht die Situation nicht einfacher. Jonathan spürt, dass etwas zwischen ihnen steht, kann die Mauer zu seinem Vater aber nicht durchdringen. Da sich Burghardts Zustand zusehends verschlechtert, stellt Martha die Pflegerin Anka (Julia Koschitz) ein, die Jonathan mit ihrer Offenheit verzaubert. Er ist fasziniert von der Leichtigkeit mit der Anka den essenziellen Fragen des Lebens begegnet und verliebt sich Hals über Kopf. Als Burghardts verschollen geglaubter Jugendfreund Ron auftaucht, blüht Jonathans Vater regelrecht auf. Für Jonathan ist Ron jedoch ein Eindringling. Seine Abneigung verstärkt sich, als er nach und nach mehr über eine Vergangenheit erfährt, von der er nichts ahnte. Ein lange verborgenes Familiengeheimnis stellt das Vater-Sohn-Verhältnis vor eine Zerreißprobe. Langsam versteht Jonathan, dass er seinen eigenen Weg finden muss – und Lieben auch bedeutet, loslassen zu können.

Kritik

Die vielen Erotikszenen lenken von der Tragik und Schwere des eigentlichen Themas gut ab, sie allein lassen den Film akzeptabel wirken. Eigentlich ist es da sogar zu viel des Guten, so nackig hätte sich Julia Koschitz nicht machen müssen. Der Film hat das Prädikat besonders wertvoll erhalten. Schwierig, aber für die Zielgruppe genau beobachtet und wahrscheinlich sehr real.

Im Bonusmaterial befinden sich eine Audiodeskription, die Kurzfilme „Fliegen“ (mit Sandra Hüller und Jakob Matschenz) und „Heavy Pregnant“, das Making of, entfernte Szenen sowie der Trailer und Filmtipps.

Jonathan: D 2016; Regie: Piotr J. Lewandowski; Darsteller: Jannis Niewöhner, André M. Hennicke, Julia Koschitz, Thomas Sarbacher, Barbara Auer; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 95 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1; Untertitel: -; Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Farbfilm Home Entertainment / Lighthouse Home Entertainment. Veröffentlichung Verkauf: 21. April 2017.

Bewertung: 7,3/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 1/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 3/4  - Anspruch: 3/4

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