Julian Lees – Das Knochenritual

11. März 2018
By Holger Nickel

Thriller

„Schuld und Sühne“, könnte man den Untertitel nennen. In dem Thriller „Das Knochenritual“ von Julian Lees geht es ordentlich zur Sache. Menschen sterben, insbesondere Frauen, brutal ermordet, zerstückelt, die Hand entfernt. Treibt ein Serienmörder sein Unwesen in Jakarta? Der Polizist Ruud Pujasumarta ermittelt in den Fällen, die es in sich haben. Nebenbei freut er sich auf das Wiedersehen mit seiner Jugendfreundin Imke Schneijder, die mit ihrer Tante zurück nach Indonesien kehrt. Während die Tante ein Portrait des Präsidenten malen soll, möchte Imke das Land wieder entdecken und hat ihren Spürhund dabei. Außerdem scheint die Familie eine dunkle Vergangenheit in dem Land zu haben, zu abrupt war einst der Abschied, zu seltsam ihr Vater. Nach und nach fügen sich die Morde von heute und Imkes Vergangenheit zu einem Konglomerat. Bald muss Ruud nicht nur in den Mordfällen ermitteln, sondern sich um seine Freundin sorgen.

Inhalt

Jakarta, Indonesien: Ruud Pujasumarta ist ein junger aufstrebender Polizeiinspektor, der schon Einiges gesehen hat. Doch die aktuelle Mordserie lässt auch ihn nicht kalt: Die Opfer sind Frauen, die der Mörder an Betten fesselt und erwürgt, zudem fehlt ihnen die linke Hand. In der Kehle der Ermordeten hinterlässt der Killer einen Mah-Jongg-Spielstein. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Als bei einem der Opfer schließlich ein Fotoalbum entdeckt wird, das in Verbindung mit Ruuds Vergangenheit steht, wird er nach und nach in einen Strudel aus Schuld und Rache gezogen, der noch lange nicht vorbei zu sein scheint. Imke Schneijder ist zurück in dem Land, in dem sie aufgewachsen ist, zusammen mit ihrer Tante. Kurzfristig um ein Portrait des Präsidenten kurz vor den Wahlen anzufertigen. Der oder die Täter gehen brutal vor und die Öffentlichkeit macht der Polizei die Ermittlungen zur Hölle. Doch wie passt Imke in das Schema, warum könnte auch sie bald bedroht sein. Was hat diese Mordserie in der Vergangenheit ausgelöst? Ruud und Imke nähern sich gerade wieder an, als die Welt verrücktspielt und beider Leben am seidenen Faden hängt.

Kritik

Die LeserInnen erfahren viel über da Land und die Stadt, über alle gesellschaftlichen Schichten und die Holländer, die einst dort arbeiteten. Imke ist eine toughe Frau, die selbst daheim mit ihrem Hund für die Polizei arbeitet, Ruud versucht als Ermittler seine Mannschaft zusammenzuhalten und möglichst legal seine Fälle zu lösen. Doch dieser wird nicht nur der Persönlichste, sondern auch der gefährlichste.

Julian Lees wurde 1967 in Hongkong geboren. Schulzeit und Studium absolvierte er in England. Als Kind verbrachte er viel Zeit bei seinen Großeltern George und Agrapina Talbot, die ihm zahllose Geschichten über ihr Leben in Shanghai erzählten, das sie 1949 verlassen mussten. Ein Brief seiner Großtante Galia aus Russland war schließlich der Impuls, immer tiefer in die Geschichte seiner Familie einzutauchen. Julian Lees gab seinen Beruf als Aktienhändler auf und arbeitet seither als Autor. Er lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Hongkong. „Das Knochenritual“ heißt im Original „The Bone Ritual“, wurde von Waltraud Horbas übersetzt, hat 445 Seiten und ist am 18. Dezember im Blanvalet Verlag erschienen.

Bewertung: 8,1/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 3/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4

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