Jussi Adler-Olsen – Selfies

18. März 2017
By Holger Nickel

Thriller / Krimi

Jussi Adler-Olsen ist inzwischen schon Kult. „Selfies“ ist der siebte Fall seines Chef-Ermittlers Carl Mørck und dem Assistenten Assad. Zusammen mit Rose und einem weiteren Mitarbeiter suchen sich die Polizisten des Sonderdezernats Q alte Fälle heraus, sogenannte Cold Cases. Drei Filme sind bislang abgedreht, der Name in aller Munde. „Selfies“ ist nun einer der härtesten und persönlichsten Fall für die Polizisten, die permanent gefordert werden, die gleich mehrere Fälle bearbeiten müssen und die sich große Sorgen um Rose machen müssen. Ein alter Fall, ein aktueller Mord, eine Sozialamtsmitarbeiterin die Amok läuft und eben Rose, die mit den Schatten der Vergangenheit nicht mehr klarkommt. Die Kommissare ermitteln, kabbeln sich mit Kollegen, treffen falsche Entscheidungen und leiden unter Schlafentzug. Harter Stoff, der die Leser fesselt.

Inhalt

Vizepolizeikommissar Carl Mørck wird zur Aufklärung eines brutalen Todesfalls von der Mordkommission in Kopenhagen hinzugezogen. Wie sich herausstellt, gibt es eine Verbindung zu einem mehrere Jahre zurückliegenden und ausgesprochen brisanten cold case, aus dem sich schwerwiegende Konsequenzen für die aktuellen Ermittlungen ergeben. Ausgerechnet jetzt geht es Carls Assistentin Rose sehr schlecht. Sie wird von grauenhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Rose kämpft mit aller Macht dagegen an – und gegen das Dunkel, in dem sie zu ertrinken droht. Jahrelang wurde sie von ihrem Vater gedemütigt, seelisch zerstört. Rose zieht sich komplett zurück, Gordon und die beiden Kollegen kommen nicht an sie heran, untersuchen dann aber sogar, wie ihr Vater ums Leben gekommen ist. Die aktuellen Fälle fordern sie allerdings mindestens ebenso. Welche Rolle spielen die jungen Frauen Michelle, Jasmin und Denise, die sich zu einem starken und hochexplosiven Kleeblatt verbündet haben? Drei Sozialhilfeempfängerinnen, die raus wollen aus dem schlechten Leben, endlich ohne Arbeit ein gutes Leben führen wollen. Das bringt allerdings eine Sozialamtsmitarbeitern in Rage. Zumal sie gerade eine Krebsdiagnose erhalten hat. Sie will die Mädels tot sehen. Die Oma von Denise wurde zudem gerade erst ermordet – wie hängt das alles zusammen?

Kritik

Mein zweiter Adler-Olsen-Roman nachdem ich allerdings die Verfilmungen von „Erbarmen“, „Schändung“ und  „Erlösung“ schon gesehen habe. Es gibt viel zu ermitteln, fast schon zu viel. Für Spannung ist mehr als nur gesorgt, dennoch gibt es gleich mehrere Nebenschauplätze. Manchmal nerven die Wortverbesserungen von Carl an Assad ein wenig, doch diesmal reagiert dieser darauf. Die Ermittler sind zu wenig entscheidungsfreudig, z.B. wenn es um die Wohnung von Rigmor Zimmermann geht, wieso war da vorher niemand? Erstaunlicherweise sind diesmal Frauen die Täterinnen, was statistisch eher seltener vorkommt. Die unterschiedlichen Charaktere sind das plus des Romans, wie es mit Rose weitergehen wird, bleibt abzuwarten.

Jussi Adler-Olsen wurde am 2. August 1950 unter dem bürgerlichen Namen Carl Valdemar Jussi Henry Adler-Olsen in Kopenhagen geboren. Er studierte Medizin, Soziologie, Politische Geschichte und Film. Bevor er 1995 mit dem Schreiben begann, arbeitete er in verschiedensten Berufen: als Redakteur für Magazine und Comics, als Koordinator der dänischen Friedensbewegung, war Verlagschef im Bonnier-Wochenblatt TV Guiden und Aufsichtsratsvorsitzender bei verschiedenen Energiekonzernen. Sein Hobby: Das Renovieren alter Häuser. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes. „Selfies“ ist der siebte Fall für Carl Mørck  vom Sonderdezernat Q. „Selfies“ hat 576 Seiten, wurde von Hannes Thiess übersetzt und ist im Deutschen Taschenbuch Verlag am 10. März erschienen.

Bewertung: 8,4/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 3/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4

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