Kunst sucht Charakter – MADE IN GERMANY ZWEI
Hannoveraner Kunst und Künstler stellen sich in jedem Herbst durch den Zinnober-Kunstlauf den Publikum vor. Da ist die Frage nach einem hannoverschen Charakteristikum in der Kunstszene gerechtfertigt. Noch drängender ist die Frage nach einem nationalen Identitätstypus der Kunstproduktion in Deutschland. Dieser Suche nach einer Antwort widmet sich jetzt, in Nachbarschaft zu internationalen Kunst auf der dOCUMENTA 13 in Kassel, die Ausstellung MADE IN GERMANY ZWEI.
Die Direktoren des Sprengel Museums Hannover, Prof. Dr. Ulrich Krempel, der kestnergesellschaft, Dr. Veit Görner und des Kunstvereins Hannover, René Zechlin luden heute in das Sprengel Museum Hannover zur Auftaktveranstaltung der Austellung ein. Sie wird morgen, 16. Mai 2012, offiziell eröffnet und geht bis zum 19. August 2012.
Das Sprengel Museum Hannover, die kestnergesellschaft und der Kunstverein Hannover präsentieren dann eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Kunst. Wie 2007 bei MADE IN GERMANY EINS mit damals 60 000 Besuchern, gibt die Ausstellung unter der Schirrmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck wieder Einblicke in Werke junger Künstlerinnen und Künstlern. Dafür wurden 45 Künstler stellvertretend für die bildnersche Kultur in Deutschland ausgesucht, deren 44 Installationen/Positionen, bzw. Statements in Form eines Kunstwerks zu sehen sind. 21 der Kreativen stammen aus dem Ausland wie Israel oder Brasilien, 33 leben in Berlin, geschlechstausgewogen sind auch 20 Künstlerinnen in der Auswahl vertreten.
“Gruppendynamischer Supergau”
Zechlin stellte dar, dass die Kuratoren der drei Häuser im zweijährigen Auswahlprozess ( Krempel: “gruppendynamischer Supergau”) 400 Vorschläge sichten mussten und 100 Ateliersbesuche machten, um dort mit den jeweiligen kreativen Schöpfern über ihre Kunst zu diskutieren. “Durch die Diskussion zeichnete sich heraus, mit was sich die im Blickpunkt der Ausstellung stehende Generation um die 30 beschäftigte, was ihre Herangehensweise, Interessensfelder waren”, so Zechlin. Daraus ergaben sich Perspektiven und Vernetzungen, die sich in den Vermittlungsangeboten der Ausstellungsorte, wie Audioguide, Katalog und Führungen hindurchziehen und so die Austellung thematisch klammern soll.
Sechs Positionen
Sechs Begriffe, Positionen sind durch die Interaktion (Diskussionen und Essays) der Kunstbetriebe mit den Künstlern in den zwei Jahren so zustande gekommen. Die Auseinandersetzung mit (sozialen, virtuellen, institutionellen) „Räumen“, „Narrativität“, „Vernetzungen“, dem „Gestern im Heute“, mit dem „Übersinnlichen“ und mit Grenzen und Erweiterungen des Mediums („Medium als Material“) stellen die Kuratoren als Betrachtungsmöglichkeiten ins Zentrum ihrer Befragung des heutigen Kunstschaffens in Deutschland. Herausgekommen ist nun eine Gruppierung der Exponate innerhalb der Ausstellung, die durch die Beschaffenheit der drei Häuser, deren unterschiedliche Architektur und Größe, auch aufgrund der verschiedenen Schwerpunktsetzungen einen jeweils spezifischen Charakter und Atmosphäreneindruck haben.

Auf stilitischen Spuren von Fritz Lang und F.W. Murnau: Reynold Reynolds (r.) operiert an seinem Filmprojekt The Lost im Sprengel Museum
Die Auswahl der Künstler und deren Werke ist eine stellvertretende Darstellung der zeitgenössischen Kunst und auch die Charakteriseurng einer Künstlergeneration am Beispiel des Produktionsstandorts Deutschlands. “Einer Generation, die sich nicht allein durch das Alter, sondern durch verbindende Inhalte definiert” wie Zechlin betonte.
Übrings gibt es keine bessere Werbung als diese: Die Werbeflächen im Kassel-Wilhelmhöhe und dem Kulturbahnhof werden zur dOCUMENTA von MADE IN GERMANY ZWEI verkünden, Hannover konnte sich frühzeitig die Werbung sichern.
Wo? Sprengel Museum Hannover, die kestnergesellschaft und der Kunstverein Hannover
Wann? 16. Mai 2012 bis zum 19. August 2012
Die Karten zu MADE IN GERMANY ZWEI und für die Herrenhäuser Kunstfestspiele können verwendet werden um bei der jeweils anderen Veranstaltung/Ausstellung ermäßigten Eintritt zu erlangen.
Näherer Angaben finden Sie hier: www.madeingermanyzwei.de
Text: Frank Mandrella
Fotos: Oben (c) Frank Mandrella, Mitte (c) Raimund Zakowski, unten (c) Frank Mandrella




