Leonie Swann – Dunkelsprung

10. Dezember 2014
By Holger Nickel

Fantasy

Wer erinnert sich nicht gerne an die Schafe aus „Glennkill“? Es war ein wunderbarer erster Roman, den Leonie Swann da abgeliefert hat im Jahre 2005. Der Nachfolgeroman „Garou“ wurde ebenfalls erfolgreich. Mit bislang 2,1 Millionen Büchern im deutschsprachigen Raum kann die junge Frau schon sehr zufrieden sein. Jetzt hat sie sich allerdings etwas völlig Neues überlegt. „Dunkelsprung“ ist nicht mit ihren Werken zuvor vergleichbar. Der Schreibstil ist ein anderer, die Thematik ohnehin. Es ist schwierig das Buch zu Beginn zu mögen, zu abstrus, zu verwirrend die Handlung. Zu verrückt vielleicht sogar, wobei das alleine ja alles nicht schlecht wäre. Es ist eine poetisch und philosophische angehauchte Geschichte, die vermutlich nicht ganz so massenkompatibel sein wird, wie die beiden Vorgänger.

Inhalt

Julius Birdwell, Goldschmiedemeister, Flohdompteur und unfreiwilliger Einbruchkünstler, wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich eine ruhige, unbescholtene Existenz führen zu können. Doch als seine Flohartisten einem plötzlichen Nachtfrost zum Opfer fallen und die geheimnisvolle Elizabeth Thorn in sein Leben tritt, überstürzen sich die Ereignisse. Ein Magier wird ohnmächtig, eine alte Dame macht sich in einem gestohlenen Lastwagen davon, der Detektiv Green mit Konzentrationsstörungen findet zu einem ungewöhnlichen Haustier, welches er Legulas nennt, und Julius sieht sich auf einmal mit existentiellen Fragen konfrontiert: Wie befreit man eine Meerjungfrau? Wie viele Flöhe passen auf eine Nadelspitze? Und warum ist das Leben trotz allem kein Märchen? Julius bleibt nichts anderes übrig, als sich weit über den Tellerrand seiner Welt hinauszulehnen und den Sprung ins Unbekannte zu wagen. Ein phantastisches Abenteuer beginnt … Wir lernen Lazarus Dunkelsprung kennen und erleben die seltsamsten Abenteuer, die wir in der ersten Hälfte des Romans erst einmal auf die Reihe kriegen müssen.

Kritik

Verspielt, versponnen, wunderbar verrückt – so könnte der Roman „Dunkelsprung“ beschrieben werden. „Leonie Swann beweist einmal mehr, dass sie eine der ungewöhnlichsten und kreativsten Autorinnen unserer Zeit ist. Ein Interview mit der Autorin gibt Aufschluss über ihre Denkweise und Art, zumindest im Internet bei Random House Goldmann ist es zu finden. „Dunkelsprung“ ist ein phantasievolles Werk, das sich mir aber auf den ersten 150 Seiten kaum erschlossen hat und erst anschließend verständlicher wurde.

Leonie Swann wurde 1975 in Dachau, in der Nähe von München geboren. Sie studierte Philosophie, Psychologie und Englische Literaturwissenschaft in München und Berlin. Mit ihren ersten beiden Romanen „Glennkill“ und „Garou“ gelang ihr auf Anhieb ein sensationeller Erfolg: Beide Bücher standen monatelang ganz oben auf den Bestsellerlisten und wurden bisher in 25 Sprachen übersetzt. Leonie Swann lebt heute umzingelt von Efeu und Blauregen in England und Berlin. „Dunkelsprung – Vielleicht kein Märchen“ hat 383 Seiten und ist im Goldmann Verlag am 10. November erschienen.

Bewertung: 7/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4

Comments are closed.

Wir sind, wo du bist

RSS Feed abonnieren
Bei Twitter verfolgen
Auf flickr betrachten

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzbestimmungen.