Licht und Schatten in Essen

3. Oktober 2016
By Steve Palaser

Mit 10 zu 7 verlieren die Bissendorf Panther das erste Spiel in der best-of-three Serie beim Meister und Titelkandidaten SHC Rockets Essen. Die Panther erlebten dabei eine wahre Achterbahnfahrt: Das erste Drittel endete 2 zu 2. Im zweiten Abschnitt kamen die Panther mit 6 zu 0 unter die Räder und dominierten dann aber den Schlussabschnitt gar mit 2 zu 5. Es wäre mehr drin gewesen für die Raubkatzen.

Viel ist vor dem ersten Playoff Spiel gegen den Meister und haushohen Favoriten aus Essen in der Wedemark spekuliert worden: Nach den durchwachsenen, letzten Leistungen der Panther wurde darüber philosophiert, dass man in Essen mit wehenden Fahnen unter gehen würde, andere Kenner der Szene rechneten hingegen gar mit einer Sensation. Am Ende hatten alle Recht: Die Panther boten in 60 Minuten ein Abbild der bisherigen Saison.

Es dauerte 4 Minuten und 9 Sekunden und es herrschte erstmals betretenes Schweigen in der Essener Halle: Die knapp 200 Zuschauer sahen den ersten Treffer der Partie durch den Bissendorfer Markus Köppl auf Vorlage von Kapitän Tommy Sellmann. Allerdings schlugen die Rockets keine 30 Sekunden später durch Schneider zurück. Die Panther mauerten sich in ihrer Hälfte geschickt ein, mussten dennoch in der elften Minute die erstmalige Führung der Rockets hinnehmen. Allerdings dauerte es dann keine Minute ehe Sebastian Miller in Überzahl ausglich. Nach Ende des Drittels war jedenfalls in der Essener Halle die Überraschung spürbar, dass der krasse Außenseiter aus Niedersachsen hier ein echter Gegner war.

Im Mittelabschnitt wollten die Panther einfach nur ihr Spiel weiter durchziehen, ließen aber, ohne erkennbaren Grund, alle Tugenden des ersten Drittels fallen: Die Raubkatzen fehlte der nötige Biss und dazu kamen noch unnötigere Strafen, die eine Spitzenmannschaft wie Essen gnadenlos bestraft.  Ein Treffer nach dem Anderen musste Arne Hundermark im Bissendorfer Tor hinnehmen ehe er beim Stand von 6 zu 2 gegen Danny Sellmann das Tor verlassen durfte. Gar mit 8 zu 2 endete dieses Drittel und Coach Darian Abstoß, der ohne den an Grippe erkrankten Lenny Soccio an der Bande stand, appellierte in der Pause an die Moral seiner Spieler. Die Zuschauer hatten die Panther schon abgeschrieben – ein Teil der Rockets vermutlich auch.

Aber wenn die Panther Moral zeigen wollen, ist keine Hockeymannschaft in Deutschland vor den Raubkatzen sicher. Die Panther starten denkbar ungünstig und erneut in Unterzahl in den Schlussabschnitt. Aber keine 37 Sekunden waren gespielt da zog Maxim Faber in eben dieser Unterzahl mit einem wuchtigen Schlagschuss ab und erzielte den Anschluss. Zwar konnten die Rockets erneut mit einem Tor kontern aber bei den Niedersachsen keimte Hoffnung auf und so war es dem famos aufspielenden Sturmduo Felix Gollasch (Tor) Tim Strasser (Vorlage) gegönnt, für noch mehr Hoffnung bei den Panthern zu sorgen. Als dann auch noch bei 45:19 Patrick Baude auf Vorlage von Sebastian Miller mit einem seiner hammerharten Schlagschüsse erfolgreich war, herrschte erneut Schweigen in der Wohnbau Arena. Bei 46:14 zielte dann Marc Wedemeyer auf Vorlage von Marcel Knoke ganz genau und es stand nur noch 9 zu 6 bei noch 14 Minuten auf der Uhr. Allerdings zogen die Panther im Nachgang mit etwas zu viel Motivation die ein oder andere Strafe. Essen nutze dieses zum 10. Treffer des Tages. In der 51sten Spielminute verkürzte Felix Gollasch auf Vorlage von Routinier Jan Pries wieder auf drei Tore. Danach spielten die Panther zu oft in Unterzahl, verteidigten hier aber bravourös und erzwangen noch gute Chancen – zu weiteren Treffern reichte es aber nicht mehr.

Am Ende stand für die Panther somit die erste Niederlage im Viertelfinale gegen die Rockets fest – auch wenn diese, nach Aussage von Coach Darian Abstoß ohne die Tiefschlafphase im Mittelabschnitt vermeidbar gewesen wäre. „Hätte jemand vor der Partie gesagt, dass wir mit 10 zu 7 so knapp hier in Essen verlieren, dann hätte man wohl damit zufrieden sein können. Mit Blick auf den Spielverlauf wäre aber mehr drin gewesen. Nun können wir erhobenen Hauptes in die Zukunft und zum nächsten Aufeinandertreffen blicken.“ So Coach Abstoß nach der Partie. Aufgrund der Europameisterschaft im Inlineskaterhockey und dem Pokalfinale haben die Panther nun fast vier Wochen Zeit für die Vorbereitung auf das Rückspiel in Mellendorf. Dieses findet statt am 29. Oktober.

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