Luca D’Andrea – Der Tod so kalt

15. April 2017
By Holger Nickel

Alpen-Thriller

Dem Bozener Autor Luca D’Andrea ist mit seinem Debüt „La sostanza del male“ der Coup des Jahres gelungen. Auf der letzten Londoner Buchmesse haben sich die Übersetzungsrechte in über 35 Länder verkauft. Bei der DVA erscheint der Südtirol-Thriller „Der Tod so kalt“ am 6. März 2017. Ein Amerikaner in Südtirol. Hier ist er wegen der Liebe hergekommen. Sein Beruf ist Drehbuchschreiber, bislang für erfolgreiche Dokumentationen, die er auch in Italien fortsetzen möchte. Seine Ehe mit Annelise ist glücklich, sie bekommen Clara, eine aufgeweckte Tochter, die im Alter von fünf schon recht intelligent und vor allem neugierig ist. Ein Unglück verändert für Salinger, den kauzigen Protagonisten, alles. Er kann nicht normal weiterleben und braucht ein neues Ziel, etwas das ihn am Leben hält, neben seiner Familie. Er will etwas über das dunkelste Geheimnis des kleinen Ortes erfahren, der inzwischen vom Tourismus lebt. Werner, sein Schwiegervater, war damals hautnah dabei, als drei junge Menschen bestialisch ermordet wurden. Wer war der Täter, was ist wirklich passiert?

Inhalt

Südtirol, 1985. Tagelang wütet ein gewaltiges Gewitter über der Bletterbach-Schlucht. Drei junge Einheimische aus dem nahegelegenen Siebenhoch kehren von einer Wanderung nicht zurück – schließlich findet ein Suchtrupp ihre Leichen, aufs Brutalste entstellt. Den Täter vermutet man im Bekanntenkreis, doch das Dorf hüllt sich in eisiges Schweigen. Dreißig Jahre später beginnt ein Fremder unangenehme Fragen zu stellen. Jeder warnt ihn vor den Konsequenzen, allen voran sein Schwiegervater, der die Toten damals gefunden hat. Doch Jeremiah Salinger, der seiner Frau Annelise in ihr Heimatdorf gefolgt ist, lässt nicht locker – und wird schon bald seine Neugier bereuen. Ein Fluch scheint alle zu verfolgen, die sich mit den Morden beschäftigen. Ist dort unten am Bletterbach etwas Furchtbares wieder erwacht? Etwas, so uralt wie die Erde selbst. Salinger muss mit seinen eigenen Dämonen kämpfen, einer Schuld, die beim Video-Dreh für eine Dokumentation geschehen ist. Seine Frau bitte ihn, nein, sie fordert ihn auf, seine Obsession zu beenden, um ihret- und ihrer Tochter Willen. Doch Salinger kann nicht aufhören und findet mehr heraus, als er je vermutet hätte.

Kritik

Ein spannender Roman über den man sehr viel schreiben könnte. Die einzelnen Teile analysieren und interpretieren. Gegen Ende des zweiten Drittels ist die Eskalationsphase deutlich zu lang, da wird der Protagonist unsympathisch, die Besessenheit schlägt den LeserInnen auf den Magen. Zuvor ist es ein perfekter Anfang, tragische Vorfälle wechseln sich mit den schönen, familiären ab. Ob es der endgültigen Eskalation gegen Ende bedurft hätte, das sei jeder/m selbst überlassen. Ein Thriller der viele spielerische Elemente einbaut, mit Spannung keinesfalls geizt und auch ansonsten erstaunlich gut ist. Acht Worte: gelungen! Seit Wochen in der Spiegel-Bestsellerliste unter den Top 5.

Luca D’Andrea wurde 1979 in Bozen geboren, wo er heute noch lebt. “Der Tod so kalt” ist sein erster Roman. Direkt zu Erscheinen stieg das Buch in die Top Ten der italienischen Bestsellerliste ein; die Übersetzungsrechte haben sich in rund 35 Länder verkauft. Die Geschichte führt nach Südtirol, in die Heimat des Autors, über die er auch journalistisch gearbeitet hat: Am bekanntesten ist seine TV-Produktion “Mountain Heroes”, in der er für das italienische Fernsehen die Bergrettung porträtierte. „Der Tod so kalt“ heißt im Original „La Sostanza del Male“, wurde von Verena von Koskull übersetzt, hat 474 Seiten und ist am 06. März in der Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) erschienen.

Bewertung: 8,1/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4

Comments are closed.

Wir sind, wo du bist

RSS Feed abonnieren
Bei Twitter verfolgen
Auf flickr betrachten

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzbestimmungen.