Marseille – Staffel 1

16. Juli 2017
By Holger Nickel

Politthriller-Serie

Neben der sehr guten französischen Politserie „Baron Noir“ ist „Marseille“ in der ersten Staffeln erschienen. Die Netflixproduktion wird bei Polyband Medien veröffentlicht. In den Hauptrollen dürfen wir zwei alte Recken bewundern, Gérard Depardieu („Valley of Love“, „Das Labyrinth der Wörter“) und Benoît Magimel („Die Klavierspielerin“, „Der Unbestechliche“). Depardieu mimt den Bürgermeister Marseilles, der mit seiner Politik versucht die Korruption klein zu halten, der Mafia keine Möglichkeiten zu bieten und der nun kurz vor Ende seiner Karriere ein Spielbank-Projekt im Hafen etablieren möchte. Das würde der Mafia viel Geld kosten, wenn die Spielhöllen nicht mehr in dem Maße genutzt würden. Der Bürgermeister hat fast alles eingeplant, nicht aber die Gewalt seiner Widersacher und dass ihm sein Ziehsohn in den Rücken fällt und fortan zum Gegner wird.

Inhalt

Robert Taro (Gérard Depardieu) liebt seine Stadt. Und er liebt die Macht. Seit 20 Jahren ist er Bürgermeister in der zweitgrößten Stadt Frankreichs, Marseille. Kurz vor den anstehenden Kommunalwahlen möchte er sein politisches Vermächtnis zementieren: Die Casino-Baugenehmigung im historischen Hafen soll Marseille zur „Hauptstadt Südeuropas“ machen. Nichts wird dabei dem Zufall überlassen. Genauso wie seine Nachfolge. Mit dem smarten und jüngeren Lucas Barrès (Benoit Magimel) tritt sein politischer Ziehsohn im Wahlkampf an. Er hat beste Chancen auf den Posten als neuer Bürgermeister.

Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Eine Befürworterin des Casinonbaus verunglückt kurz vor der Abstimmung und ausgerechnet Kronprinz Barrès stimmt überraschend gegen die Genehmigung. Daraufhin entscheidet sich Taro erneut bei der Wahl anzutreten. Es beginnt ein skrupelloses Politdrama um Macht und Korruption, um Drogen, Sex und Intrigen. Getrieben von brutalen Spielen der Mafia, schmutzigen Enthüllungen der Presse und bitteren Kämpfen im Privatleben stellt sich irgendwann nur noch eine Frage: Wie weit werden sie dabei gehen?

Kritik

Eine französische Produktion der alten Schule. Männer, die sich um die Macht kloppen und sexy Frauen als Beiwerk. Ganz so eindimensional ist es zum Glück nicht, aber ein paar zu viele Stereotype sind vorhanden, wie etwa die Tochter, die sich auf Ganoven einlässt. Im Laufe der Serie wird es besser, die Grundstruktur ist ohnehin erfreulich. Eine zweite Staffel wird produziert.

In den Extras gibt es ein fünfminütiges Promo-Feature sowie Filmtipps.

Marseille – Staffel 1: F 2016; Regie: Florent-Emilio Siri, Thomas Gilou; Darsteller: Gérard Depardieu, Benoît Magimel, Géraldine Pailhas, Stéphane Caillard, Nadia Farès, Maruschka Detmers; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 326 Minuten, 8x 41 Min.; Sprachen: Deutsch 5.1, Französisch 5.1; Untertitel: -; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©Polyband Medien. Veröffentlichung Verkauf: 15. Mai 2017.

Bewertung: 8,5/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 2/4 – Anspruch: 3/4

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