Mein fast perfekter Vater

13. November 2017
By Holger Nickel

Drama

Hollywood-Star Clive Owen und Jungstar Jaden Lieberher brillieren in einer liebevollen Vater-Sohn-Story, die zu Tränen rührt und voller Witz ist. Ein Gesellschaftsbild des armen Amerikas, der früheren Mittelschicht auf dem Lande, wo es kaum mehr Arbeit gibt. Wenigstens Werte sollten Bestand haben, wenn schon die Generation der Erwachsenen, die Welt, die die Eltern aufgebaut haben, zerstört. Hoffentlich machen es die Kinder besser, erklärt der Protagonist sinngemäß. Viele bekannte Darsteller in einem deprimierenden Film über die Zukunft der westlichen Welt, in der die Armut wächst und das Wohlstandgefälle immer stärker zunimmt – hier ist der Staat gefragt Lösungen anzubieten, vielleicht Steuern einzutreiben von den Reichen, um den Armen eine menschenwürdige Zukunft zu bieten, auch in den USA. Ein Vater muss sich nur einen Tag lang um seinen Sohn kümmern, bis der wieder zu seiner Mutter darf und darf anschließend mehr beichten, als in seinem bisherigen Leben.

Inhalt

Der stille 8-jährige Anthony (Jaden Lieberher) lebt nach der Trennung bei seiner Mutter (Maria Bello) und ihrem Freund Kyle (Matthew Modine). Als die beiden alleine übers Wochenende wegfahren, parken sie den Jungen bei seinem chaotischen Vater Walt (Clive Owen). Der ist ein ziemlich netter Kerl, bekommt aber kaum Aufträge als Schreiner und trinkt deswegen schon mal einen über den Durst, er vbersucht aber wenigstens vom Alkohol wegzukommen. Doch zum Glück für Anthony, der schon an seiner bevorstehenden Erstkommunion schwer zu tragen hat, ist für familiäre Spannungen keine Zeit. Ein defektes Auto, die Zwangsräumung des heruntergekommenen Hauses, der Diebstahl von Walts wertvoller Werkzeugsammlung und ein Meth-süchtiger Trockenbauer (Patton Oswalt) führt die beiden auf eine absurd-witzige Odyssee, bei der sie ihre tiefe, innere Verbundenheit entdecken. Anthony beginnt über seine Welt nachzudenken, er lügt, obwohl er bislang immer sehr ehrlich war, aber es sind nur Notlügen. Schließlich unterstützt er seinen Vater und leitet ihn. Zusammen müssen sie nur eine kurze Zeit verbringen, aber sie lernen viel über sich selbst und die Welt in der sie leben.

Kritik

Hier ist der deutsche Titel deutlich besser, als im Original. Zwar spielt die „Confirmation“ eine bedeutende Rolle, wobei es eher die Kommunion ist, denn der Junge muss durch seine gottesfürchtige Mutter ständig zur Beichte, ohne etwas beichten zu müssen. Aber es ist das Verhältnis zu seinem Vater, der sein Leben bestimmt und für die Zuschauer lange im Gedächtnis bleiben wird. Maschseeperlen.de verlost eine DVD zum Film. Schickt eine Mail an den Redakteur bis zum 20. November.


Das Bonusmaterial besteht aus dem Trailer und Filmtipps.

Mein fast perfekter Vater (O: The Confirmation): USA 2016; Regie: Bob Nelson; Darsteller: Clive Owen, Jaeden Lieberher, Maria Bello, Matthew Modine, Stephen Tobolowsky, Tim Blake Nelson, Patrick Gilmore; FSK: ab 6 Jahren; Dauer: 101 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1; Untertitel: -; Bild: 1,85:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©New KSM. Veröffentlichung Verkauf: 13. November 2017.

Bewertung: 7,7/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4  - Anspruch: 3/4

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