Melancholisches Halloween mit Empathy Test

3. November 2018
By Steve Palaser

Eingängige Synthsounds und ein Sänger mit charismatischer Stimme begeistern Fans im MusikZentrum

Empathy Test sind der lebende Beweis dafür, dass Qualität immer ein Publikum findet, unabhängig von Labels, PR-Firmen und Medienunterstützung. Bereits 2017 zu ihrer ersten eigenen Headliner-Tour konnten Empathy Test sich über ausverkaufte Clubs freuen. Kurz vor der Tour hatten sie ihre ersten beiden Alben „Losing Touch“ und „Safe From Harm“ veröffentlicht, welche von den Fans über ein sensationell erfolgreiches IndieGoGo-Projekt finanziert und in Eigenregie produziert wurden. Die IndieGoGo-Kampagne erreichte 661% des gewünschten Betrages, was der Band nicht nur erlaubte, zwei Alben zu produzieren, statt des ursprünglich geplanten einen Albums, sondern auch liebevoll gestaltete Digipaks und Picture-Vinyls anzufertigen. 2017 waren sie auch in Hannover zu Gast und das Konzert kurz vor Weihnachten in der SubKultur war ebenfalls ausverkauft und ein ganz besonderes Erlebnis.

Nun sind Empathy Test wieder auf Tour und haben sich mit dem MusikZentrum Hannover eine größere Location ausgesucht. Diesmal war es zwar nicht ausverkauft, es waren aber dennoch mehr Fans da, als in die SubKultur gepasst hätten. Doch bevor Empathy Test an diesem Halloween-Abend die Bühne enterten, lag es an Support-Act Adal, die Fans aufzuwärmen. Musikalisch gelang es dem Trio, bestehend aus Sängerin , Keyboarder und Multiinstrumentalist/Sänger Adam Al-Hilali mit Songs wie „Synthesize“ oder „Fire to You“ zu überzeugen, jedoch merkte man ihnen die fehlende Bühnenerfahrung leider etwas an, denn zwischen den Stücken, wenn Adam seine Instrumente wechselte, entstanden schon mal ungeplante Schweigepausen, die die Sängerin auch nur moderat zu überspielen versuchte. Alles in allem steckt in Adal aber Potenzial. Nach nur 20 Minuten verabschiedeten Adal sich auch schon wieder vom Publikum und nach einer kleinen Umbaupause wurde es Zeit für Empathy Test.

Die Band betrat zu den Klängen ihres Hits „Kirrilee“ die Bühne und hatte sich passend zu Halloween ihre Gesichter geschminkt. Leider hatte Sänger Isaac gleich zu Beginn mit der Technik zu kämpfen, als das Mikrofon plötzlich seinen Dienst verweigerte. Aber auch das wurde schnell gelöst und sympathisch von Isaac kommentiert. Natürlich stellten sie auch ihre neue Single „Holy Rivers“ vom kommenden Album vor und wenn der Song repräsentativ für die Qualität des restlichen Albums ist, erwartet uns da 2019 ein echter Kracher! Ansonsten spielten sie sämtliche Hits ihrer bisherigen Alben, was auch problemlos funktioniert, da die meisten Stücke sich im 3-4-Minutenbereich bewegen. Darunter waren unter anderem „Holding On“, „Trampoline“, „Vampire Town“, „Throwing Stones“ oder “Demons” vertreten.

Isaac sprach zwischen den Songs immer wieder mit dem Publikum, erzählte auch davon, wie sie an dem Tag, der erstmals in Niedersachsen ein Feiertag war, versuchten in Hannover Schminke für ihr Halloween Makeup zu kaufen und aufgrund geschlossener Geschäfte kläglich scheiterten. Dank einiger Fans kamen sie aber doch noch rechtzeitig vorm Auftritt an Schminke heran. Isaac flachste auch mit seiner Drummerin Christina und Keyboarder Sam herum, insbesondere als er beschloss, das Publikum bestimmen zu lassen, welche Songs sie als nächstes spielen sollen, was nicht nur die Bandkollegen, sondern auch den Techniker/Soundmann auf eine Bewährungsprobe stellte, die alle Beteiligten aber problemlos meisterten. Zugaben gab es natürlich auch, so zeigte Isaac bei „Siamese“, was in seiner Stimme steckt. Dennoch vergingen die über 90 Minuten wie im Fluge, was zwar einerseits schade ist, andererseits aber immer ein gutes Zeichen, dass der Wunsch nach mehr da ist. Das Set mit „All It Takes“ abzuschließen, war auch perfekt. Nach dem Konzert kam die Band noch zum Merch-Tisch, um mit den Fans zu quatschen, aber auch Fotos & Autogramme wurden natürlich gern gegeben. Isaac erzählte auch, dass sie nächstes Jahr auf einigen Festivals spielen und wenn das neue Album fertig ist, natürlich auch damit auf Tour gehen. Hannover wird sicher auch wieder dabei sein. Er empfahl, einfach auf der Homepage der Band vorbeizuschauen, um bzgl. Live-Termine auf dem laufenden zu bleiben. Wird gemacht!

Text & Fotos: Steve Palaser

Weiterführende Links:

Empathy Test

MusikZentrum Hannover

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