Neue Musik: Jeanne Added / Toxigen

22. Februar 2016
By Holger Nickel

Querbeet

Lasst Euch inspirieren. Diesmal gibt es Musik von Jeanne Added, Toxigen, For I am King, Alexander Brown und Scarleth.

Jeanne Added – Be Sensational

Am 19.02.16 erscheint das JEANNE ADDEDs Debütalbum „Be Sensational“. Es ist eins der besten Alben, das ich je von einer mir zuvor unbekannten Interpretin angehört habe. Ob „A War is coming“, „Look at them“ oder „Be sensational“ und „Night shame Pride“, fast jeder Song hat das Potenzial groß herauszukommen. Hoffentlich klappt es!!

Einer mittelmäßigen Ouvertüre folgt kaum eine großartige Oper, einem stereotypen ersten Satz folgt selten nur ein guter Artikel und einem bestenfalls akzeptablen Song in den seltensten Fällen ein umwerfendes Album. Anders herum bleibt aber auch eine Seltenheit, selbst Haydn positionierte den legendären Paukenschlag seiner nach demselben benannten Sinfonie ziemlich genau in der Mitte des Werkes. Jeanne Added ist da weitaus mutiger. Schon das Cover ihres Debüt-Albums ziert der ziemlich offensive Titel „Be Sensational“. Und was das eventuell heißen könnte, damit fällt dann gleich der erste Song wie mit der Tür ins Haus. „A War Is Coming“ zählt zu den aufregendsten Tracks dieses Jahres, das ja nun nicht mehr viel Zeit vor sich hat.

Zu düsteren Klängen schallt ihre extraordinäre Stimme zunächst wie hinter der verschlossenen Tür des Vorzimmers hervor, bis ein stupender, leicht schleppender Beat einsetzt und die Vokalisen zunehmend an Klarheit gewinnen. Zu solchen Extravaganzen hätte sich vielleicht vor 40 Jahren einmal Patti Smith hinreißen lassen, seither aber fahndet der Connaisseur nach Ähnlichem – leider! – vergebens. Voilà, die junge Französin hat das im Repertoire. Wer sich hier bisweilen an die wolkenverhangenen Wave-Sounds einer Anne Clarke ohne deren zwanghaft depressive Lyrik erinnert fühlt, darf sich wundern, dass Added ihre musikalische Laufbahn zunächst mit dem Studium klassischen Gesangs und Cellos in ihrer Geburtsstadt Reims begann, um danach in Paris als erste Sängerin überhaupt im Jazzfach zugelassen zu werden. Heute spielen Namen wie Dan Levy und The Dø eine tragende Rolle in ihrem Schaffen, aber davon später mehr.

Von ihren klassischen Wurzeln, sagt Jeanne Added, sei inzwischen „nur noch wenig in meiner Musik übrig geblieben, ich selbst würde sogar sagen: eigentlich gar nichts“. Allerdings könne sie da auch einer Selbsttäuschung unterliegen, „all diese Jahre lassen sich vermutlich nicht einfach mal so auslöschen, als habe es sie gar nicht gegeben“. Sie liegt hier aber goldrichtig, denn von einem Jazzalbum kann im Falle von „Be Sensational“ nicht ernsthaft die Rede sein. Stattdessen begegnet der Hörer einer Art von elaboriertem Pop, der irgendwie zwischen den Dekaden herum wandelt und sich in ihnen die stets schönsten Blüten pflückt, ohne sie deshalb gleich zu einem kompatibel hübschen Sträußchen zu binden.

Der apokalyptisch anmutende Titelsong etwa wirkt verstörend und bleibt doch Faszinosum zugleich. Seine tief dräuenden Klänge besitzen cyneastische Kraft, und hätte Regisseur Peter Jackson sie für seine Trilogie des „Herrn der Ringe“ zur Verfügung gehabt, dann wäre Mittelerde nicht bloß eine gefährliche Umgebung, sondern womöglich unbewohnbares Terrain gewesen. Und Jeanne Added hätte ihn mit dem nächsten Song „Lydia“ vermutlich gezwungen, Tolkiens umfangreichem Cast eine weitere Figur zu schenken.

Einigermaßen erstaunlich für Kenner der europäischen Pop-Szene bleibt bis zum letzten Ton, dass dieses Werk ausgerechnet in Frankreich entstanden ist. Dort jedenfalls darf „Be Sensational“, mehr noch als im Rest der Welt, Einzigartigkeit für sich reklamieren. „Als Unikat“, sagt indes Jeanne Added, „sehe ich mich nun wirklich nicht“. Sie fühle sich auch keineswegs als Teil der Pop-Kultur eines, nicht einmal ihres Landes, „zumindest hoffe ich, dass ich es nicht bin“. Frankreich sei für sie niemals ein Land gewesen, welches sich über seine Musik definiert habe, „außer vielleicht zu Zeiten Ravels, Debussys und Poulencs zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Lange her. John Lennon hat einmal gesagt, französischer Rock’n’Roll sei in etwa vergleichbar englischem Wein. Vielleicht, glaube ich, ist da tatsächlich was dran.“

Das Team, mit dem sich die 35-Jährige bei der Produktion ihres Debüt-Albums umgab, ist ein überschaubares. Sie selbst singt, spielt Bass und Keyboards, Dan Levy spielt ebenfalls Keyboards und ist außerdem für Drums und Programming zuständig, Marielle Chatain ist seltener Gast an Mikro, wiederum Keyboards und Percussions. Mit anderen Worten: Dieses kleine Wunderwerk geht in der Sparte Electronic Music ins Rennen, ist aber weit mehr und klingt dabei nach allem Anderen als Synthie Pop. Eher schon nach Singer/Songwriter 2.0, nach einer Vision dessen, was im digitalen Zeitalter mit dessen Mitteln noch berühren könnte und auch wirklich kann.

2011 lud das Indie-Pop-Duo The Dø Jeanne Added als Toursupport ein, kurz darauf machte sie sich mit rund 40 Auftritten als Duo mit Marielle Chatain von The Dø einen Namen in der französischen Indie-Szene, gleichzeitig lud sie der algerischstämmige Rockstar Rachid Taha ein, auf seinem Album „Zoom“ mitzuspielen: Zusammen nahmen sie ein orientalisch angehauchtes Remake von Elvis’ „Now Or Never“ auf. So fangen Pressetexte normalerweise ja an. In diesem Falle aber ist das ohne große Relevanz, denn „Be Sensational“ sollte über jede Form eines Achtungserfolges hinausgehen. Because it is sensational.

Toxigen – Lebenszeichen

Lebenszeichen – kann es einen passenderen Titel für ein Debütalbum geben? Die vier Franken haben sich bewusst Zeit gelassen, bevor das Erstlingswerk den Weg zu den Fans finden sollte. Und genau das hat der Produktion gut getan. Der eigenständige Sound von TOXIGEN ist schwer in nur eine Schublade einzuordnen. Irgendwo zwischen massenkompatiblem Punk und klassischem Rock liegt man sicher nicht falsch. Ein besonderes Markenzeichen ist die druckvolle Gitarrenarbeit und die markante Stimme von Sänger Reu. Zusammengenommen besteht keine Gefahr in die Langeweile abzudriften. Ganz im Gegenteil, von Zart bis Hart wird jegliches Bedürfnis auf Lebenszeichen bedient. Harte Rocknummern wie ‚Bomben’ stehen Seite an Seite mit Balladen, wie ‘Die Letzte Träne‘. Auch textlich gehen TOXIGEN über den üblichen Einheitsbrei weit hinaus. Zeitkritische Themen werden nicht links liegen gelassen. So ist ‘Erhebt Die Stimme’ aktueller denn je.

Natürlich darf auch die Liebe und die dazugehörige Love Story nicht zu kurz kommen. Als Bonus wurde kurzerhand entschieden, den WM Hit ‘Wir Sind Bereit’ aus dem letzten Jahr einfach mit auf das Album zu pressen. Gitarrist Stefan zum Album: „Mit Lebenszeichen ist uns ein lautes, schnelles und einprägsames Album gelungen. Ganz einfach 100% Toxigen Punk Rock!“

Scarleth – The Silver Lining

SCARLETH stammen aus dem ukrainischen Kiew, wo man zurzeit eigentlich anderes im Kopf hat als Musik. Dennoch investieren die Damen und Herren eine Menge Energie in ihre Band. SCARLETH bedienen sich mit jeder Menge Leidenschaft und Spielfreude bei Power Metal, Folk, Doom, Gothic und Progressive Metal. Hört rein bei der Band, es lohnt sich.

Alexander Brown – Hallelujah

Er ist der Überflieger aus Dänemark: ALEXANDER BROWN. Mit seiner Single „Hallelujah“ (feat. Uhre) begeistert er nach seiner Heimat jetzt auch hierzulande die Massen. ALEXANDER BROWN ist ein echter Ausnahme-DJ/Producer, der unbeirrt und mit einem lässigen Grinsen seinen Weg geht, der sein Publikum immer wieder aufs Neue herausfordert und mit seinen rockigen Sets bis an die äußerste Belastbarkeitsgrenze treibt. Nicht umsonst ist der Skandinavier in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge für den Award als „Danmarks Best DJ“ nominiert – nach 11 Gold- und drei Platin-Auszeichnungen sowie viel beachteten Kollaborationen mit internationalen Superstars wie Pitbull, Fatman Scoop oder Busta Rhymes legt Alexander Brown nun das erste Outtake aus seinem kommenden Longplayer vor. Hallelujah!

Bei „Hallelujah“ treffen organische Sounds auf eine funky-treibende Bassline und die rauchig-laszive Gänsehautstimme der dänischen Singer/Songwriterin Uhre. Echte Gitarren und Bässe verbinden sich mit elektronischen Beats zu einem hoch ansteckenden Hybrid-House-Gemisch. Catchy und ein bisschen dirty. Wo andere Acts  gerne auf vorgefertigte Konservensounds  zurückgreifen,  da dreht  ALEXANDER BROWN lieber seinen Amp bis zum Anschlag auf. Clubmusik mit Live-Feeling: Ehrlich, authentisch, hand-made. Und auch ein wenig gefährlich. Alexander Brown produziert keine kurzlebige Wegwerf-Kost, sondern zeitlose Dance-Tunes für die Nacht.

Zur Entstehungsgeschichte von „Hallelujah“ sagt Brown: „Überraschenderweise wurde der Song tagsüber geschrieben. Als wir im Studio waren, hatten wir ganz plötzlich die Songzeile ‘Hallelujah – you just mind-fucked me’ im Kopf und von da an schrieb sich der Song quasi von alleine. Das war eine von diesen Jamsessions, bei denen einfach alles auf natürliche Art und Weise von alleine läuft. Wir haben nichts erzwungen. Ich habe zuvor schon einige andere Songs gemeinsam mit UHRE gemacht und es läuft eigentlich immer so wie beschrieben – die Kombination fühlt sich einfach richtig an. Der Song selbst kann positiv oder negative gesehen werden. Das hängt ganz vom Zuhörer ab, denn die Textzeile ‘fuck your mind’ wird von jedem anders interpretiert. Wenn ich es höre denke ich an etwas positives. Es ist immer sehr überwältigend, wenn etwas unerwartet Gutes passiert, so dass du Gänsehaut bekommst und es dir einfach auf gute Weise den Kopf vögelt.”

Am vergangenen Freitag war nicht nur Release-Tag der Single, sondern auch der Videoclip zu „Hallelujah“ feierte Premiere. Kleiner Tipp: Es lohnt sich den Clip bis zum Ende anzuschauen, denn er endet anders als zunächst vermutet!

For I am King – We all have demons

Amsterdams Extrem-Metaller FOR I AM KING sind zurück!

Vier Monate nach ihrer letzten Single, veröffentlichen sie den Song “We All Have Demons”. Natürlich gibt es zur Single auch ein verdammt gutes Video, das Euch sofort in seinen Bann ziehen wird, hier könnt Ihr den 6-Minuten-Clip sehen.

Chioma Akuezue – Enemies

CHIOMA AKUEZUE veröffentlicht Video zu “ENEMIES”

Ihr neues Album “Chioma Akuezue” erscheint am 04. März 2016. Mit einer Mischung aus starken Beats, heissen Melodien und versiert vorgetragenen Rap-Reimen, zeigt CHIOMA auf dem Album, wie leicht es ihr fällt, Independent- Romantik mit der Kühle von Clubmusik zu verbinden.

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