Reclaim / German Angst

12. Mai 2015
By Holger Nickel

Reclaim

Actionthriller

Was für eine Darstellercrew? John Cusack („2012“, „High Fidelity“), Rachelle Lefevre („Homefront“, „Under the Dome“) und Ryan Phillippe („Eiskalte Engel“, „The Bang Bang Club“) in einem Film. In „Reclaim“ zeigen sie uns, wie kriminelle Kräfte mit den Wünschen und Sorgen einer Familie spielen, die sich ein Kind wünschen. Der Weg zur Adoption kann steinig, langwierig und kompliziert sein – Geld könnte da helfen. Doch, wenn ein Paar nach Puerto Rico fliegt, um ein haitianisches Mädchen zu adoptieren und das Kind bald entführt wird, sollten die Alarmglocken schrillen. Statt sich mit dem bereits erhaltenen Geld zufriedenzugeben, wollen die Entführer mehr und kidnappen gleich noch das Paar. Eine kleine Überweisung bei der Bank, etwas Bargeld und die Geschichte könnte zu Ende gehen, wenn sich niemand wehren würde…

Inhalt

Das junge Paar Steven (Ryan Phillippe) und Shannon (Rachelle Lefevre) beschließt, das haitianische Waisen-Mädchen Nina zu adoptieren und reist dafür nach Puerto Rico, um die letzten Details zu klären. Alles scheint perfekt und die frischgebackenen Eltern warten nur noch auf die Ausreisedokumente ihrer neuen Tochter. Derweil lernen sie das junge Mädchen kennen, spielen mit ihr und es könnte ein schöner Urlaub werden, bis zur Rückkehr mit der Adoptivtochter in die Staaten. Doch dann verschwindet Nina spurlos und auch das Adoptionsbüro existiert plötzlich nicht mehr. Allmählich begreifen die beiden, dass auch der Fremde Benjamin (John Cusack), der dem Paar scheinbar zufällig am Strand begegnet ist, seine Finger mit im Spiel hat. Schnell entwickelt sich die Suche für alle Beteiligten zu einem Kampf ums nackte Überleben. Oder zumindest geht es um viel Geld, das die Familie noch zahlen soll. Benjamin und seine Crew wollen das Paar ausnehmen, die Polizei scheint hilflos und unwissend zu sein. Doch Steven und Shannon wollen nicht einfach nur die dummen Touristen sein, die sich von Menschenhändlern und Entführern bestehlen lassen.

Kritik

Die Spannung, die der Film aufbaut ist gelungen. Die Handlung zwar relativ vorhersehbar, aber warum auch nicht. Es ist ein Actionthriller, bei dem nicht der raffinierte Inhalt im Fokus steht, sondern die Verfolgungsjagden, die Kämpfe, der Schusswaffengebrauch. John Cusack hat in den vergangenen Jahren des Öfteren eine solche Rolle übernommen, Ryan Phillippe fühlt sich in der Rolle des Guten, der sich einer Gefahr gegenübersieht, sichtlich wohl. Ein kleiner Actionthriller, dessen Stunts nicht immer technisch gelungen sind, aber der Inhalt reicht für einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher.

Im Bonusmaterial der DVD befinden sich ein Behind the Scenes, ein Featurette sowie der Trailer und Filmtipps.

Reclaim – Auf eigenes Risiko: USA 2014; Regie: Alan White; Darsteller: John Cusack, Ryan Phillippe, Rachelle Lefevre, Jacki Weaver, Luis Guzmán, Briana Roy, Veronica Faye Foo, Jandres Burgos; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 91 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 1,85:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Square One Entertainment / Universum Film. Veröffentlichung Verkauf: 15. Mai 2015.

Bewertung: 7/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 3/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4

German Angst

Kurzgeschichten / Horror

„German Angst“ ist ein Mystery-Horror Episodenfilm, der mit drei urbanen Albtraum-Stories aus dem heutigen Berlin an die vergessene Horrortradition der 20er Jahre anknüpft. Die Kultregisseure Jörg Buttgereit, Andreas Marschall und Michal Kosakowski zeichnen ein Schreckensbild deutscher Urängste, wie es eindringlicher und furchteinflößender nicht sein könnte. Zumindest war das wohl der Plan. Mit Fritz Haarmann, dem Serienmörder des frühen 20. Jahrhunderts aus Hannover, hat das hier allerdings gar nichts zu tun. Titel und Cover sind perfekt, der Inhalt ist es nicht, in keiner der drei Geschichten, von denen die erste mit ihren knapp 30 Minuten Länge noch die Beste ist. Im dritten Teil zeigt sich die Prüderie der Amerikaner, bei denen nur die Gewalt zählt.

Inhalt

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland (Paul Celan, „die Todesfuge“). Berlin: Ein junges Mädchen und ihr Meerschweinchen hausen scheinbar verlassen in einem Plattenbau. Doch immer wieder zieht es das Mädchen in ein Schlafzimmer, aus dem gedämpfte Schmerzensschreie dringen und das sie blutbefleckt wieder verlässt. Wie werden Meerschweinchen kastriert und mögen sie es zu kuscheln? Mit gewollt monotoner Stimme erzählt das Mädchen, was sie macht.

Ein taubstummes Pärchen wird von Neonazis attackiert und holt mit Hilfe eines mystischen Talismans zum brutalen Gegenschlag aus, doch macht das wirklich Sinn und welche Konsequenzen hat eine solche Rache?

Der erfolgreiche Fotograf Eden wird Mitglied eines so geheimen wie mysteriösen Sexclubs, dessen Mitglieder sich mit dem Saft der Alraune zu ungeahnten ekstatischen Höhen aufschwingen. Mit unkontrollierbaren, höllischen Nebenwirkungen, wie sich zeigt…

Kritik

Ein Filmprojekt, das vielversprechend klingt, aber extrem enttäuschend endet. Die erste Geschichte hat noch ihren Reiz, ihren Hintergrund und ihren Sinn. Die könnte auf jede Horrorfilm-DVD mit Kurzfilmen. Was danach kommt und leider auch die schauspielerischen Leistungen sind bestenfalls ausbaufähig. Soll das Englisch so klingen, ist das extra auf Trash gemacht und die gleich Frage, wie immer lautet: Gibt es neben der Gewalt nicht noch mehr zu erzählen?

In den Extras befinden sich ein Behind the Scenes,  ein Audiokommentar mit den drei Regisseuren sowie der Trailer und Filmtipps.

German Angst: D / USA 2014; Regie: Jörg Buttgereit, Michal Kosakowski, Andreas Marschall; Darsteller: Annika Strauss, Milton Welsh, Daniel Faust, Matthan Harris, David Masterson, Désirée Giorgetti, Martina Schöne-Radunski, Katja Bienert; FSK: ab 18 Jahren; Dauer: 107 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Englisch 5.1, Polnisch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Neue Pierrot le Fou. Veröffentlichung Verkauf: 15. Mai 2015.

Bewertung: 6/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 2/4 – Anspruch: 2/4

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