Samuel Hope – Other Man

12. Juni 2018
By Holger Nickel

Musik

Samuel Hope – Other Man

Der Rockwood Music Hall in New York City hat Sänger Samuel Hope viel zu verdanken, denn dort entwickelte er nicht nur seine musikalische Expertise, sondern erhielt auch den besten Rat seines Lebens: Bei guter Musik geht es um den Einklang einer wunderbaren Melodie und einer tollen Stimme. Hope folgt dieser Philosophie seit dem Tag, an dem er dort das erste Mal auf der Bühne stand. So ist es auch kein Wunder, dass diese beiden Elemente zentral für sein umwerfendes Debütalbum „Other Man“ sind. Für den 34-jährigen Hope ist die Stimme das absolute A und O eines Künstlers – selbst wenn es sich bei der ‚Stimme‘ um ein Instrument wie etwa Louis Armstrongs Trompete handelt.

„Other Man“ stellt der Welt eine neue Stimme vor: außerordentlich, auffallend und unverzichtbar. Neben Hopes faszinierend einzigartiger Stimme präsentiert sich das Album in seiner Gesamtheit als eines der seltenen Werke, die den Zuhörer in ein wohlgerundetes und gut durchdachtes Klang-Universum einladen. „Lead Me On” schmerzt in seinem Anstieg, während „Carried Away” sowohl Leidenschaft als auch Frust ausstrahlt. Das melancholische, gequälte „Won’t Put Up A Fight” erzählt mit unfassbar genauer Eleganz von einer verdammten Liebe – ähnlich wie „Nothing To Lose”, dass nur Mittels HOPEs sanfter Stimme und einer begleitenden Gitarre eine ähnliche Geschichte beschreibt. „Believe” beginnt vergleichbar mit seiner Stimme und einem Klavier, steigt aber schon bald zu einem erfassend dramatischen Schluss an.

Zusammen mit Mike Hedges entwickelte Samuel Hope einige der ausladenden, anspruchsvollen Arrangements des Albums. Schon während der Probephase ihrer Zusammenarbeit schaffte Hedges es, einige besondere Performances aus Hope zu ziehen. So entstanden “Runaway”, üppig und beinahe schon episch, Hopes markante Stimme an der Grenze ihres Könnens, und “Hold On” mit all seiner emotionalen Eloquenz. “I Won’t Keep You Waiting” ist eine fantastisch gefühlvolle Nummer, die durch unglaublich viel Ehrlichkeit und Soul überzeugt. Der letzte Titel, “Without Warning”, leitet den Zuhörer feinfühlig wieder zurück zum ersten Titel des Albums. Gestützt von Bläsern und akustischen Gitarren kommt dieser Song zu einem unerwarteten und poetischen Schluss, dessen mehrdeutige Worte einem lange im Kopf bleiben: “I won’t fly away/ Without warning…”

„Other Man“ ist der Höhepunkt, auf den Hope sein Leben lang gewartet hat. Der gebürtige New Yorker verließ seine geliebte Stadt mit acht Jahren, um nach New Jersey zu ziehen. Fern von bekannten und geliebten Umgebungen wie dem Museum Of Natural History, dass er besser kennt als seine eigene Westentasche, fiel es dem jungen Musiker schwer, sich anzupassen. Die Idee, spontan in der Cafeteria mit seiner Blockflöte aufzutreten, war wenig hilfreich, wie er sich heute schmunzelnd erinnert. Doch schon bald wurden aus der Blockflöte eine Trompete und Gitarre, auf der er zu Hause Beatles Songs nachspielte. Nach jugendlichen Eskapaden in Richtung Hip Hop und Pop beruft er sich heute vor allem auf Musik, die er seinen Eltern zuschreibt: Lateinamerikanische Musik, hauptsächlich aus Kolumbien und Kuba, waren die Einflüsse seiner Mutter; die Beatles, Louis Armstrong, Barry White und Cat Stevens die seines Vaters. Es gibt ein paar gute Songs auf dem Album wie etwa „Carried Away“ oder „Believe“. In Hamburg wird er am 11. Oktober im Häkke auftreten.

Samuel Hope – Other Man

Label: Filter Music Group / Sony Music

VÖ-Datum: 08.06.2018

Format: CD & Download

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