Spring Awakening

19. April 2017
By Holger Nickel

Erotisches Thrillerdrama

„Spring Awakening – Rebellion der Jugend“ ist eine wilde, unzensierte Vision einer wütenden Jugend im Stile von Kultfilmen wie „Kids“ und „Spring Breakers“. Dem Regisseur Constantine Giannaris („Hostage“) gelingt ein polarisierendes, realistisches und gleichzeitig verstörendes Portrait der Generation Y. Beeindruckend ist vor allem die Leistung der Jungdarsteller, die die zerstörerische Kraft und Wut junger Griechen eindrucksvoll auf die Leinwand projizieren. Fernab vom Mainstream schafft der außergewöhnliche Film „Spring Awakening“ den Spagat zwischen Generationenportrait, Thriller und Coming Of Age-Film. In Rückblenden wird die Geschichte erzählt, während Verhöre mit den jungen Menschen stattfinden und die Eltern im Wartebereich auf die Rückkehr ihrer Kinder hoffen. Eine Generation, die am Abgrund steht.

Inhalt

Fünf Jugendliche in Athen haben die Schnauze gestrichen voll von den bestehenden Verhältnissen, ihren Eltern und der Gesellschaft. Sie bauen eine bewaffnete Bande auf und tauchen in den Untergrund einer untergehenden Stadt ab. Eine zerstörerische Reise beginnt, die sie zunehmend in einen Strudel aus Liebe, Sex, Politik und tödlicher Gewalt zieht. Zunächst versuchen sie es mit der Besetzung einer Schule, doch dann werden die Gier nach Wohlstand und der Hass auf die Wohlhabenden größer. Diebstähle zieren ihren Weg. Zwischendurch bestimmt Sex ihre Selbstbestimmung, sie wollen etwas fühlen, abseits der Abgestumpftheit, gegen die generelle Stimmung im Land. Doch die Spirale der Gewalt lässt sich wohl nicht aufhalten und das macht es für alle Beteiligten immer komplizierter. Jemand müsste sie aufhalten, ihnen eine Perspektive zeigen. Die Zuschauer allerdings wissen schon früh, dass es damit wohl nichts geworden ist, denn sie sitzen bei der Polizei und werden einzelnen verhört.

Kritik

Ohne die Erotik, die Nacktszenen der Hauptdarstellerin, wäre der Film ziemlich nichtssagend. Zu kalt, zu lethargisch und in der Momenten des Exzesses nicht fordernd genug. Das Marketing ist allerdings gelungen, Sex sells. Die Armut treibt die Menschen zu Handlungen, die niemand von uns will, gesellschaftlich betrachtet. Die Griechen machen inzwischen viele extreme Filme, leider meist ohne Happy End. „Dogtooth“, „Attenberg“, „Alpen“ und „Stratos“ sind Beispiele dafür, wohingegen „Ein griechischer Sommer“ positiv aus der Phalanx heraussticht.

Die Extras bestehen aus dem Trailer und Filmtipps.

Spring Awakening (O: To xypnima tis anoixis): GR 2016; Regie: Constantine Giannaris; Darsteller: Konstantinos Elmatzioglou, Daphne Patakia, Kostas Nikouli; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 87 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Griechisch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 1,85:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Pierrot le Fou / Alive. Veröffentlichung Verkauf: 21. April 2017.

Bewertung: 7,3/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 3/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 3/4 – Anspruch: 2/4

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