Stuart MacBride – Das 13. Opfer

18. Januar 2014
By Holger Nickel

Krimi

Der Nummer 1 Bestseller aus Großbritannien – „Das 13. Opfer“ schwappt über den Teich nach Deutschland. Schriftsteller Stuart MacBride hat einen Thriller oder Polizeikrimi in extra large verfasst. Mehr als 600 Seiten über seinen neuen (gefallenen) Helden Ash Henderson. Ein Cop dessen Tochter vor Jahren von einem Serientäter entführt und wahrscheinlich ermordet worden ist. Damit er weiter an dem Fall arbeiten durfte, hat er niemandem von seiner Tochter erzählt, sie gilt weiterhin, auch für die Mutter, als weggelaufen. Henderson ist mit der Faust schneller, als mit dem Verstand. Er haut gerne drauf, ob in Notsituationen oder generell. Der Protagonist ist im besten Fall ambivalent, eigentlich ist er ein Arschloch. Seine neue Partnerin, eine Psychologin hat ebenfalls ihre Macken, aber wenigstens sympathische. Beide streben danach, dem Serienmörder endlich das Handwerk zu legen. Doch die Ereignisse spitzen sich in Schottland noch zu.

Inhalt

Die Zeitungen nennen ihn den „Gratulator“. Er kidnappt Mädchen kurz vor deren dreizehntem Geburtstag und schickt den Eltern jedes Jahr ein Foto seines Opfers. Fotos, auf denen der grausame Mord an den Entführten Bild um Bild festgehalten ist. Bis mit dem letzten Foto auch jede Hoffnung stirbt. Vor fünf Jahren verschwand auch die Tochter von Detective Constable Ash Henderson. Alle glauben, Rebecca sei von zu Hause fortgelaufen, denn Henderson hat niemandem erzählt, dass er ein Jahr nach ihrem Verschwinden die erste Postkarte erhielt. Man hätte ihn sofort von dem Fall abgezogen. Doch Henderson hat zu viel geopfert, um Rebeccas Mörder zu finden. Nun, zwölf Jahre nach der ersten Entführung, scheint er ihm so nahe zu sein wie nie zuvor. Und doch nicht nahe genug. Denn inzwischen gibt es Fortschritte bei den entführten Mädchen. Ihre Leichen werden gefunden, bis schließlich ein 13. Opfer entführt wird. Ist sie die letzte und der krönende Abschluss?

Kritik

Der Roman befasst sich sehr viel mit der Person Ash Henderson. Immerhin soll er der neue Held einer Serie werden. Wie das gelingen kann, fragt man sich als Leser allerdings schon. Der Thriller umfasst schlichtweg zu viel. Etwas geradliniger und damit kürzer wäre mehr gewesen. Ständige Eskalationen ermüden die Leser, selbst wenn die Nebenfiguren, insbesondere die Psychologin schon gut sind. Es läuft praktisch alles schief im Leben des Polizisten, der leider auch ständig vom rechten Weg abkommt. Sympathien für diesen Polizisten zu entwickeln fällt schwer. Am Ende könnte man sogar auf die Idee kommen: Geschieht ihm recht, doch so einfach ist es dann doch nicht. Ein ordentlicher Krimi, der es an manchen Stellen übertreibt. Wollen wir wirklich noch mehr von diesem „Arschloch“ Henderson erfahren? Aber es wird wohl auch keine Fortsetzung geben.

Stuart MacBride hatte bereits in einigen Berufen gearbeitet, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. „Die dunklen Wasser von Aberdeen“, sein erster Roman mit dem Ermittler Logan McRae, sorgte in Großbritannien sofort für Furore und wurde als bestes Krimidebüt des Jahres mit dem Barry Award ausgezeichnet. Seither ist die Serie mit Schauplatz Aberdeen aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Mit dem Roman „Das dreizehnte Opfer“ begann Stuart MacBride eine zweite Thrillerserie, in deren Mittelpunkt der Ermittler DC Ash Henderson steht. Stuart MacBride lebt mit seiner Frau im Nordosten Schottlands. „Das 13. Opfer“ heißt im Original „Birthdays for the Dead“ und ist von Andreas Jäger übersetzt worden, hat 606 Seiten und ist im Goldmann Verlag am 16. Dezember erschienen.

Bewertung: 7/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 3/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 1/4

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