Susanne Jansson – Opfermoor

16. Mai 2018
By Holger Nickel

Thriller

In einem Moor in Schweden verschwinden in größeren Abständen immer wieder Menschen. Ist es nur Zufall, oder treibt sich ein Mörder in den Mooren um, der an alte Traditionen anknüpft? Der Roman „Opfermoor“ von Susanne Jansson hat gleich zwei Hauptfiguren. Zwei sehr unterschiedliche Frauen, die eher zufällig vor Ort sind und hier in der Nähe aufgewachsen sind. Vor allem Nathalie hat als Kid Schreckliches erlebt, kehrt nun nach mehr als einem Jahrzehnt als Wissenschaftlerin zurück, doch sie möchte unterschwellig ihr Kindheitstraumata bekämpfen. Zudem gibt es die Künstlerin Maya, eine berühmte Fotografin, die zudem als Polizeifotografin arbeitet. In „Opfermoor“ werden Moorleichen gefunden, eine Person hätte sterben sollen, wurde schwer verletzt und liegt im Koma. Wie hängt alles zusammen? Vergangenheit und Gegenwart, Mythen und Rituale – das Moor trägt ein dunkles Geheimnis in sich, das jetzt endlich offenbart werden soll…

Inhalt

Ein sagenumwobenes, abgelegenes Moor inmitten der Wälder und Seen Schwedens: Hier entnimmt die junge Biologin Nathalie Proben für ein Forschungsprojekt – und findet kurze Zeit später einen Mann, der brutal zusammengeschlagen im Sumpf liegt. Ihr fast schon Freund Johannes, den sie beim Joggen kennengelernt hat. Ein Wetterumschwung hat ihm womöglich das Leben gerettet. Direkt daneben eine von Hand ausgehobene, etwa zwei Meter lange Grube. Ein vorbereitetes Grab? Ein Hinweis auf die Menschenopfer, die in der Eisenzeit hier erbracht wurden? Zusammen mit der Polizeifotografin Maya versucht Nathalie, die Geschehnisse aufzuklären, parallel nicht zusammen, versuchen sie ihre unterschiedlichen Geschichten zusammenzufügen. Dabei stoßen die beiden Frauen auf weitere Leichen im Moor und finden heraus, wie unheilvoll die Bewohner des Ortes in die Vorfälle verstrickt sind. Was hat es mit dem Tod von Nathalies Eltern zu tun, die starben als Nathalie 12 Jahre alt war? Spielt ein anderes totes Mädchen, Tracy, eine Rolle, die im selben Jahr im Moor umkam?

Kritik

Opfermoor ist ein suggestiver Spannungsroman der Extraklasse. Das zwischen Faszination und Unheil schillernde Moor wird dabei selbst zu einer Hauptfigur. Seiner Präsenz und Sogwirkung kann sich der Leser nur schwer entziehen. Es ist weniger die Spannung, die hier fasziniert, als vielmehr die Geschichte der beiden Frauen, vor allem Nathalies und der möglichen Tatverdächtigen aus dem Dorf, das immer kleiner wird. Eine Tragödie, die Menschen in den Wahnsinn treiben kann.

Susanne Jansson, 1972 geboren, arbeitete in Göteborg und New York als Journalistin und Fotografin. Opfermoor ist ihr erster Roman, der in Schweden zu einem überragenden Erfolg wurde und sich noch vor Erscheinen in über 20 Länder verkaufte. Der Roman „Opfermoor“ („Offermossen“) ist von Lotta Rüegger und Holger Wolandt aus dem Schwedischen übersetzt worden, hat 320 Seiten und ist am 13. März im C. Bertelsmann Verlag erschienen.

Bewertung: 8/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4

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