Tour de France

12. November 2017
By Holger Nickel

Gesellschaftsdrama

Ein Roadmovie, eine Gesellschaftskritik, ein Film über das heutige Frankreich und seine Eigenarten. Der Film „Tour de France“ engagiert sich für ein besseres Welt oder zumindest Frankreichverständnis. Gérard Depardieu stellt in dem Roadmovie einmal mehr sein komisch-kauziges Talent unter Beweis. An seiner Seite: Der in Frankreich sehr populäre Rapper Sadek. Ein Disput unter Rappern – wo gibt es das heutzutage noch – artet aus und ein engagierter Musiker, ein überzeugter junger Mann, der sich trotz seiner Musik gerne im Hintergrund hält, muss Farbe bekennen oder fliehen vor den engstirnigen Menschen, ob aus Homophobie oder Neid. Ein wirklich gutes Werk, mit einem zurückhaltend agierenden Depardieu, der der Jugend den Vorrang lässt und gleichzeitig die französische Kultur hochleben lassen darf.

Inhalt

Der 20-jährige Far’Hook (Sadek) gilt als einer der zukünftigen Stars der französischen Rap-Szene. Als er nach einem Streit mit einer rivalisierenden Gang Paris verlassen muss um nicht erschossen zu werden, überredet ihn sein Produzent Bilal (Nicolas Marétheu) zu einer Frankreichtour. Ohne Musik, aber zu zweit mit Bilals Vater Serge (Gérard Depardieu). Der unausstehliche Pensionist und Hobbykünstlers hat seiner Frau das Versprechen gegeben, sich auf die Spuren des Landschaftsmalers Joseph Vernet zu begeben. Von jedem Bild, das der einst von den Häfen Frankreichs malte, will Serge am Originalschauplatz seine eigene Version anfertigen – und Far’Hook soll ihn dorthin chauffieren. Eine Reise, die beiden neue Horizonte eröffnet, ihnen eine neue Welt zeigt. Der erstklassige Rapper und der Maler, der Muslim und der überzeugte Christ: Widerwillig brechen die beiden zu einem Trip entlang der Küste auf und erleben den Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Sie leben ihre Unterschiedlichkeit, beginnen mit der Zeit den anderen besser zu verstehen. Ein wichtiges Stück französischer Geschichte und Gegenwart.

Kritik

Ein Film, der zurecht nicht synchronisiert worden ist, weil er schlicht so sehr viel authentischer erscheint. Die Rap-Szenen hätten ohnehin nicht übersetzt werden dürfen. Hier werden viele wichtige Themen angesprochen, wie natürlich die Islam-Angst der Westeuropäer, die falschen Vorstellungen und die Schwierigkeiten der Integration von beiden Seiten. Herr Depardieu probiert sich am Rap.

Das Bonusmaterial besteht aus dem Trailer und Filmtipps.

Tour de Fance: F 2016; Regie: Rachid Djaidani; Darsteller: Gérard Depardieu, Sadek, Louise Grinberg, Nicolas Marétheu, Mabo Kouyaté, Alain Pronnier; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 93 Minuten; Sprachen: Französisch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©Arsenal Filmverleih / Good Movies. Veröffentlichung Verkauf: 08. September 2017.

Bewertung: 7,8/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4  - Anspruch: 3/4

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