Welle: Erdball feiert erstklassigen Tourauftakt

23. Oktober 2011
By Steve Palaser

Im Rahmen des zweitägigen Hannover Club Visite Festivals feierte die Electro-Band mit starkem Hang zu NDW einen glorreichen Auftakt ihrer Tour anlässlich ihres neuen Albums „Kalter Krieg“.

Die Band Hertzinfarkt

Bevor die vier Veteranen der elektronischen Musik die Bühne enterten, war es erst einmal an der Band Hertzinfarkt, das Publikum anzuheizen. Mit einem sympathischen Auftreten und Stücken, die sowohl musikalisch, als auch textlich von der Neuen Deutschen Welle geprägt sind, gelang ihnen dies auch. Sogar Zugabenrufe ertönten nach der guten dreiviertel Stunde ihres Programms. Diese gab es tatsächlich in Form eines Duetts, in dem der alte Song „Ein Student aus Uppsala“ zur Freude der Fans zum Besten gegeben wurde.

Doch dieser Abend stand ganz im Zeichen von Welle: Erdball, denn es handelte sich bei diesem Termin nicht nur um den Tourauftakt, sondern auch zugleich um das offizielle Hörerclubtreffen des Fanclubs der Band.

Welle: Erball mit Plastique, Sänger Honey und Frl. Venus (v.l.)

Nachdem Herzinfarkt ihr Equipment abgebaut hatten, kam zunächst Plastique auf die Bühne und informierte die Besucher, dass die Toiletten überfordert und damit außer Betrieb waren. Sie  erklärte aber gleich, wo die Ersatztoiletten waren. Dann begann die aktuelle Sendung von Welle: Erdball. Die Band hatte sich ein interessantes Konzept ausgedacht und das Konzert in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil spielten sie nur Stücke vom neuen Album „Kalter Krieg“. Angefangen mit einer Variante des James Bond-Themas als Intro handelten die Stücke inhaltlich natürlich alle vom Thema des Albums, dem Kalten Krieg. Plastique im Kleid der UdSSR-Flagge und Frl. Venus im US-Flaggen-Outfit unterstrichen dies auch visuell sehr anschaulich. Wie man es von der Band gewohnt ist, fungierte Sänger Honey auch nicht als Alleinunterhalter, sondern trat bei einigen Songs dezent in den Hintergrund, bei denen Frl. Venus und Plastique den Gesangspart übernahmen. Ein Novum war wohl das Stück „If you want to sing out“, welches von Plastique auf der Gitarre gespielt wurde. Mit „Amerika“ hatten sie auch eine Cover-Version der Vorband Herzinfarkt im Programm.

Sänger Honey mit Frl. Venus

„Eine neue Zeit“, „Vor all den Jahren“ und „Der Kalte Krieg“ gehörten alle zu den neuen Stücken, die vom Publikum deutlich positiv aufgenommen wurden. Ein besonderes Highlight war die sehr schöne Nummer „Feuerwerk“ und die Welle: Erdball-Versionen von alten Schlager-Hits wie „Hab ich Dir heute schon gesagt, dass ich Dich liebe?“, Nicoles „Ein bißchen Frieden“ und  „Karl der Käfer“, welches den Abschluss des ersten Blocks bildete und eine ca. 20-minütige Pause einläutete. In dieser Zeit wertete die Band die Stimmzettel aus, die die Fans zuvor mit ihren Song-Wünschen in eine Wahlurne geworfen hatten, denn der zweite Teil des Konzertes bestand quasi aus einem „Wunschkonzert“, bei dem die Band die Stücke spielte, die von den Fans gewünscht wurden. Neben den üblichen Verdächtigen wie „23“, „Schweben, Fliegen und Fallen“, „Arbeit adelt“,  „Wo kommen all die Geister her“, etc. war sowohl Honey als auch Plastique über manche Wünsche der Fans positiv überrascht. Mit „VW Käfer“ hätte Honey nicht unbedingt gerechnet und auch der von Plastique auf französisch vorgetragene Chanson gehörte nicht zu den Stücken, die die Band erwartet hatte. Nach einem schönen langen Set mit ihren Hits und selteneren Perlen beendeten Welle: Erdball die Sendung mit einer obligatorischen Zugabe, bei der „Und es geht ab“ und „Monoton und Minimal“ auch nicht fehlen durften. Die Stimmung war hervorragend, auch Honey war begeistert über die Reaktionen der Fans, die auch lange nach dem “Sendeschluss“ noch Zugabe verlangten.  Kurzum ein gelungener Tourauftakt, ein unvergeßlicher Konzertabend für Fans und Band und auch Neulinge zeigten sich von Welle: Erdball begeistert. Bleibt zu hoffen, dass es nicht all zulange dauert, bis Welle: Erdball wieder aus Hannover sendet.

Text und Fotos: Steve Palaser und Frank Mandrella

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