Wie die Zeit vergeht – Am Sonntag beginnt die Winterzeit

28. Oktober 2017
By Frank Mandrella

In der Nacht von Samstag auf Sonntag müssen die Uhren wieder eine Stunde zurückgestellt werden. Und zwar (und wie immer) von 03:00 auf 02:00 Uhr. Die Stunde mehr ist doch ein Grund für gute Laune, da es, wenigstens in der Nacht der Zeitumstellung, auch eine Stunde mehr Schlaf bedeutet. Einige, wie Ältere, Kinder oder Menschen mit Schlafstörung erfahren dennoch einen Mini-Jetlag, der wohl eine Woche anhält.

Ab Sonntag ist Deutschland offiziell auf Winterzeit eingestellt – zumindest, was die Uhrzeit angeht. In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober werden die Uhren angepasst und von 03:00 Uhr auf 02:00 Uhr vorgestellt. Damit wird die im Frühjahr “eingesparte”  Zeit im Frühjahr wieder “zurückgegeben”.

Die Messung und Sendung der exakten Uhrzeit übernimmt für Deutschland übrigens die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig, in der vier Atomuhren stehen. Diese gelten als die genauesten Uhren, die es gibt. Atomuhren messen die Resonanz der Absorption- oder Abstrahlkraft von bestimmten Atomen, bzw. die Frequenz der Schwingungen, die durch den Übergang zwischen zwei Energiezuständen, bzw. Strahlungsübergängen der Atomelektronen entstehen. Die Atomuhr zählt diese Schwingungen und kann so den genauen Zeitraum für eine Sekunde bestimmen.

Eingeführt wurde die Zeitumstellung immer wieder mal seit dem Ersten Weltkrieg, das letzte mal 1980. Seit 1996 gilt schließlich in der Europäischen Union die Zeitumstellung einheitlich. Umgestellt wird demnach immer am letzten Sonntag im Oktober. Nach dem Zweiten Weltkrieg von 1947 bis 1949 gab es nebenbei zwei Zeiten in Deutschland West und Ost.

Zum einen gab es die Hochsommerzeit (11. Mai – 29. Juni) im Westen, während die Uhren noch einmal eine Stunde vorgestellt wurden. Dieses Zeitchaos wurde vor allem durch die bessere Ausnutzung des Tageslichts legitimiert. Denn in der Nachkriegszeit mit der weitgehend zerstörten Infrastruktur war die Abhängigkeit vom Tageslicht viel stärker als heute. Um das Zeitchaos perfekt zu machen, wurde im Osten, in der sowjetischen Besatzungszone und in Berlin die Moskauer Zeit verordnet. Moskau ist uns – zeitlich gesehen – zwei Stunden voraus. Zwischen Ost- und Westdeutschland klaffte also eine Zeitlücke von zwei Stunden. Das Chaos wurde 1950 beendet.

Eine einfache Merkhilfe:
Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel VOR das Haus. Im Herbst holt man sie ZURÜCK in das Haus.

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